Panik in Klinik

Studenten verkleiden sich als Terroristen

Paris - Dieses Manöver ging nach hinten los. Mit einem schlechten Scherz haben vier französische Medizinstudenten einen Großeinsatz der Polizei in einem Krankenhaus ausgelöst.

Eine Patientin, die im Korridor vier scheinbar bewaffneten Islamisten begegnet war, habe am Sonntagabend Alarm ausgelöst, teilte das Krankenhaus Saint-Roch im Zentrum von Nizza am Montag mit. Rund 40 Polizisten eilten daraufhin zu der Klinik in der Küstenstadt im Südosten Frankreichs.

Die Polizei sperrte das Viertel um die Klinik ab, ankommende Krankenwagen wurden in andere Krankenhäuser umgeleitet, Klinikmitarbeiter wurden angewiesen, sich in ihren Büros einzuschließen. Dutzende Polizisten durchsuchten die Klinik auf der Suche nach den vermeintlich dort verschanzten Terroristen. Schließlich wurden drei Studenten beim Verlassen des Gebäudes gesehen, aus deren Sporttasche ein Gewehrlauf schaute.

Bei der Durchsuchung stellte sich heraus, dass sie rund 40 Waffennachbildungen bei sich trugen, darunter Handfeuerwaffen und Maschinengewehre. Auch ein arabisches Gewand stellten die Behörden bei ihnen sicher. Ein vierter Student stellte sich später den Ermittlern. Es handele sich um einen "Pennälerstreich", der aus dem Ruder gelaufen sei, sagte eine Sprecherin des Krankenhauses.

Offenbar wollten die angehenden Zahnmediziner als Islamisten verkleidet ein Video für ein Studentenfest am kommenden Wochenende drehen, bei dem es Tradition ist, einen kurzen Spielfilm zu zeigen. Strafrechtliche Konsequenzen hatte der Vorfall für die vier Studenten keine. Sie wurden am Montagabend aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

afp

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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