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Colleen LaRose, auch "Dschihad Jane" genannt, wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Wegen Terrorkomplott

Zehn Jahre Haft für "Dschihad Jane"

Philadelphia - Eine US-Amerikanerin, die unter dem Namen "Dschihad Jane" bekannt geworden ist, ist nun wegen eines islamistischen Komplotts zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Als "Dschihad Jane" schmiedete sie mit radikalen Islamisten Mordpläne gegen einen schwedischen Karikaturisten, nun ist eine US-Bürgerin wegen Terrorismus zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Philadelphia legte das Strafmaß für die 50-jährige Colleen LaRose am Montag fest. Die Frau hat sich mittlerweile vom islamischen Extremismus losgesagt.

Die Amerikanerin Colleen LaRose konvertierte zum Islam und nannte sich im Internet "Dschihad Jane".

Unter ihrem Decknamen hatte die zum Islam konvertierte LaRose im Internet nach Mitstreitern und Geldgebern für Terrorattacken in Europa und Südasien gesucht. Dabei wurde sie selbst beauftragt, den schwedischen Karikaturisten Lars Vilks zu töten. Vilks hatte den Propheten Mohammed als Hund dargestellt und damit im Jahr 2007 wütende Proteste in muslimischen Ländern ausgelöst.

LaRose könnte in gut vier Jahren wieder freigelassen werden

LaRose reiste 2008 nach Irland, um sich dort einer Terrorzelle anzuschließen. Sie spähte den Aufenthaltsort von Vilks über das Internet aus, führte den Mordauftrag aber am Ende nicht aus. Nach der Rückkehr in ihre Heimat im US-Bundesstaat Pennsylvania wurde sie festgenommen.

Die Anklage warf LaRose Terrorismus, Verschwörung zum Mord im Ausland, Falschaussage und versuchten Identitätsdiebstahl vor. Anfang 2011 bekannte sie sich schuldig. Da die bisherige Zeit hinter Gittern auf die Strafe angerechnet wird, könnte LaRose bei guter Führung in etwas mehr als vier Jahren wieder auf freiem Fuß sein.

LaRose: "Ich war wie in Trance"

Vor Gericht in Philadelphia erklärte LaRose nach Angaben der "New York Times" am Montag, sie sei vom Dschihad besessen gewesen. "Ich war wie in Trance", sagte sie. Diese Zeiten seien aber vorbei. "Ich will nicht mehr im Dschihad sein", zitierte die Zeitung LaRose auf ihrer Webseite. Zwei ihrer Komplizen sollten im Laufe dieser Woche ebenfalls ihr Strafmaß erfahren.

Das Verfahren hatte in den USA vor allem für Aufsehen gesorgt, weil die blonde Verdächtige US-Bürgerin ist und keinen biografischen Bezug zur islamischen Welt hat. "Dieser Fall unterstreicht eindeutig die sich verändernde Natur terroristischer Bedrohungen, der wir jetzt in diesem Land gegenüberstehen", erklärte Staatsanwalt Zane David Memeger. "Das Internet hat es für jene, die den amerikanischen Lebensstil angreifen wollen, einfacher gemacht, gleichgesinnte Individuen zu finden, um ihre Terrorpläne auszuführen."

AFP/dpa

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