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Thomas Hitzlsperger war beim CSD dabei.

Christopher Street Day in Berlin

Hitzlsperger feiert mit Hunderttausenden den CSD

Berlin - Hunderttausende gehen zum Christopher Street Day in Berlin für mehr Toleranz und Gleichstellung auf die Straße. Unter den Feiernden: Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger.

Hunderttausende Menschen haben in Berlin den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Am Samstag zogen gleich mehrere bunte Paraden der Schwulen und Lesben durch die Stadt. Zu der traditionellen und größten Demonstration in Charlottenburg kamen nach Angaben des Veranstalters rund 500 000 Menschen. Der Zug startete am Kurfürstendamm, die Teilnehmer zogen Richtung Siegessäule, um dort gemeinsam zu feiern.

Nach einem Streit um den CSD-Verein hatte sich noch eine zweite, deutlich kleinere Demonstration formiert. Sie wurde von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit, Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (beide SPD) und der Vorsitzenden des Rechtsausschuss des Bundestages, Renate Künast (Grüne), eröffnet.

Der Zug begann vor der Botschaft des homosexuellenfeindlichen Landes Uganda. Nach Angaben des Veranstalters kamen etwa 10 000 Menschen. Laut Polizei verliefen die Demonstrationen friedlich.

Mit dem „transgenialen CSD“ in Kreuzberg gab es noch einen weiteren kleineren Zug zum Christopher Street Day. Hier war auch der frühere Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger dabei, wie er bei Twitter verkündete. Er hatte seine Homosexualität erst vor wenigen Monaten öffentlich gemacht.

Hitzlsperger twitterte aus Kreuzberg ein Foto von sich mit der Journalistin und Reporterin Carolin Emcke (46), die mit ihm unter anderem das im Januar erschienene Coming-out-Interview in der Wochenzeitung „Die Zeit“ geführt hat. Er sei auf dem Kreuzberger CSD und wolle anschließend das Fußball-WM-Spiel Deutschland-Ghana schauen, hieß es in dem Tweet, der mit „#happyday“ abschloss.

Veranstalter und Teilnehmer wollen mehr Toleranz und Gleichstellung für Homo- und Transsexuelle - eine politisch korrekte Vokabel lautet aktuell: „LGBTI“ („Lesbian, gay, bisexual, transgender, intersex“).

Die Gleichstellung sei auch in Deutschland noch nicht vollendet, sagte Wowereit. Am Samstag ging es aber auch um die Rechte der Menschen in anderen Ländern mit schwulen- und lesbenfeindlichen Gesetzen wie Uganda oder Russland. Veranstalter und Politiker riefen zur Solidarität mit den Betroffenen auf.

Der CSD steht weltweit für das Selbstbewusstsein Homosexueller und ihren Widerstand gegen Diskriminierung. Der Tag erinnert an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York. Nach einer Polizeirazzia in einer Bar kam es damals zum Aufstand von Schwulen, Lesben und Trans-Menschen mit Straßenschlachten in der Christopher Street.

dpa

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