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Mitgefühl gibt es auch unter Tieren, das zeigten beispielsweise Beobachtungen von Affen.

Wie menschlich sind Tiere?

Vancouver - Empörung gegen Ungerechtigkeit und Trost nach einer Niederlage - das ist für Menschen ganz normal. Doch Forscher dokumentierten solch ein Verhalten auch bei Affen.

Ganz ähnlich wie Menschen können Affen Gefühle wie Gerechtigkeit und Trost zeigen. Das hat der Biologe Frans de Waal vom Primatenzentrum an der Emory Universität in Atlanta in Videos dokumentiert. Die Tiere protestieren, wenn unterschiedliche Belohnungen für die gleiche Aufgabe verteilt werden. Auch Mitgefühl sei weit verbreitet im Tierreich, berichtete de Waal am Montag (Ortszeit) in Vancouver zum Abschluss einer Tagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS.

Die schrägsten Tiere der Welt

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Bei Affen habe er mehrfach beobachtet, dass ein Tier einem anderen nach einer verlorenen Auseinandersetzung zum Trost den Arm auf die Schulter lege, sagte der Niederländer. Der 63-Jährige forscht seit vier Jahrzehnten mit Affen um seine Theorie zu beweisen, dass ethisches Verhalten nicht nur das Ergebnis einer kulturellen Entwicklung ist. Es müsse auch ein Resultat der Evolution sein, weil Konfliktlösung und gegenseitige Hilfe Wettbewerbsvorteile im Kampf ums Überleben waren.

Bei einer Videovorführung demonstrierte der Forscher und Buchautor auch, dass Elefanten sich im Spiegel erkennen. Die Aufnahmen zeigten ein asiatisches Elefantenweibchen namens Pepsi, das sein Maul vor einem Spiegel weit öffnete und interessiert ins Innere sah. Außerdem versuchte sie, mit dem Rüssel ihre Augenregion abzutasten. Das Team von de Waal hatte je ein im Spiegel sichtbares X darüber gemalt. Der Verhaltensforscher widersprach der Auffassung, Tieren mangele es an der Fähigkeit zur Selbsterkennung, zur Empathie und einem Gefühl für Moral.

Der AAAS lädt jedes Jahr im Februar Wissenschaftler und Studenten der verschiedensten Fakultäten zu Vorträgen und Diskussionen ein. Ihre Konferenz gilt als weltgrößte interdisziplinäre Veranstaltung der Welt. Nach Angaben der Organisation nahmen in Vancouver mehr als 8000 Experten aus gut 60 Ländern an dem Programm teil.

dpa

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