Streit um Ferkel

Tierschützer fordern Mindestpreis für Fleisch

Bramsche - Wie lässt sich das Wohl der Tiere in den Ställen verbessern? Ein Tiermediziner fordert mehr Engagement vom Staat. Ein gesetzlicher Mindestpreis könnte höhere Standards finanzieren.

Im Streit um mehr Tierschutz in der Landwirtschaft hat der Tiermediziner Thomas Blaha einen gesetzlichen Mindestpreis für Fleisch gefordert. Da der Tierschutz seit 2002 Staatsziel in Deutschland sei, könne der Staat bei den Preisen eingreifen, sagte Blaha der Deutschen Presse-Agentur. „Dieser garantierte Einnahmen-Sockel würde dann an die Landwirte fließen, die damit besseren Tierschutz umsetzen könnten, etwa mehr Raum für die Tiere als jetzt.“ Das würde das Fleisch im Geschäft nur um 10 bis 20 Cent pro Kilo teurer machen.

Blaha ist Professor der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. Initiativen auf freiwilliger Basis seien zu zaghaft, sagte er in dem Interview. Es müsse auch verpflichtende Weiterbildungen für Landwirte und deren Mitarbeiter geben, ebenso gezieltere Kontrollen auf Schlachthöfen und bei Landwirten.

Tierschützer und Landwirte streiten über den Schutz von Ferkeln in den Schweineställen. Eine Reportage der ARD hatte kürzlich mit schockierenden Bildern die Frage des Tierwohls und besonders der Ferkel in den Mittelpunkt gestellt. „Die Bilder sprechen für sich“, sagte Fachreferentin Stefanie Zimmermann vom Deutschen Tierschutzbund. Die Aufnahmen belegten, dass in der konventionellen Massentierhaltung das Wohl des Tieres keine Rolle spiele.

Landwirte widersprechen dieser Darstellung. Der Film zeige eindeutig rechtswidriges Verhalten, dies seien aber Einzelfälle, erklärte Jana Püttker von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands. Die Landwirte hätten großes Interesse daran, möglichst viele Ferkel großzuziehen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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