Reiserückkehr aus Südafrika?

Kampf gegen Corona-Mutationen: Österreich begibt sich auf Suche nach „Patient Null“ - Hinweise führen nach München

  • Anna-Katharina Ahnefeld
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Wie ist die Corona-Variante aus Südafrika nach Tirol gelangt? Behörden haben sich auf die Suche nach „Patient Null“ begeben.

Tirol - Spurensuche in Tirol. Dort gelten strikte Ausreisebestimmungen. Wie ist die Corona-Mutation, die erstmals in Südafrika auftat, in das Bundesland gelangt? Die österreichischen Behörden haben nachgeforscht - und offenbar „Patient Null“ entdeckt.

Die Länder Tirol und Niederösterreich haben am Freitag, dem 12. Februar 2021, eine Mitteilung mit der Überschrift „Spur zu möglicher Quelle der Südafrika-Mutation in Tirol“ veröffentlicht. Darin heißt es: „Wie bereits bekannt geht nach derzeitigem Kenntnisstand der Fall Null in Tirol auf einen Probenabstrich einer Person im Bezirk Schwaz vom 23.12.2020 zurück.“

Corona in Österreich: Suche nach „Patient Null“ - Wie die südafrikanische Variante nach Tirol kam

Die Person, bei der erstmals die südafrikanische Corona-Mutation in Tirol auftrat, wurde routinemäßig vor einer Knie-OP auf das Virus getestet, heißt es im Schreiben der Behörden. Doch der Tiroler hatte Besuch von einer Person, die zuvor von einem Aufenthalt in Südafrika zurückgekehrt war. Bei diesem Besuch könnte die Infektion mit der Südafrika-Mutation stattgefunden haben.

Bundespolizisten kontrollieren Dokumente Reisender an der Autobahn A93 bei Kiefersfelden. Die strikten deutschen Einreiseregeln an der Grenze zu Tirol zum Schutz vor Corona-Varianten traten in der Nacht zum 14. Februar in Kraft.

Diese ist demnach am 10. Dezember 2020 von einem fünfwöchigen Arbeits-Aufenthalt in Südafrika nach Tirol heimgekehrt. Das geht aus dem Schreiben der Behörden hervor. Während des 11-stündigen Fluges trug die Person eine FFP2-Maske, so wie ihr Arbeitskollege aus Süddeutschland. Beide waren durch einen Platz in der Sitzreihe voneinander getrennt. Der Süddeutsche wurde noch bei der Ankunft am Flughafen in München positiv auf das Coronavirus getestet.

Daraufhin ließ sich die Person - offenbar eine Frau, wie aus dem Schreiben herauszulesen ist - in Tirol in einem privaten Labor testen. Das Resultat war negativ. Im Anschluss fand der Besuch bei einem Freund im Krankenhaus statt, der dort wegen einer Knieoperation stationär behandelt wurde - besagter Patient, bei dem erstmals die Corona-Variante in Tirol nachgewiesen wurde. Ein Corona-Fall in Schwaz galt bisher als „Patient 1“. Durch die Kontaktnachverfolgung kamen die Gesundheitsbehörden nun offenbar auf den Südafrika-Heimkehrer. Bei dem Besuch nach dem Südafrika-Aufenthalt könnte demnach eine Infektion stattgefunden haben.

Corona-Mutation: „Patient Null“ mutmaßlich eine Reise-Rückkehrerin aus Südafrika - Hinweise führen nach München

Nach eigenen Angaben habe die Person in Niederösterreich am 11. Dezember Symptome entwickelt und habe bereits am 12. Dezember 39-Grad Fieber gehabt. Das geht aus „intensiven Recherchen der Tiroler Behörden“ hervor. Am 14. Dezember wurde der Heimkehrer aus Südafrika positiv auf das Coronavirus getestet. Die Infektion verlief so heftig, dass eine Einlieferung in eine niederösterreichische Klinik notwendig war.

Die Person, die von dem Reise-Rückkehrer besucht wurde, wurde am 23. Dezember positiv auf das Virus getestet. Erst Mitte Januar wurde die Corona-Mutation aus Südafrika nachgewiesen. Jedoch: Beim vermeintlichen „Patient Null“ sei, so die Behörden, eine Sequenzierung nicht möglich, da die entsprechenden Proben nicht mehr zur Verfügung stehen würden. „Derzeit werden von den Gesundheitsbehörden alle vorliegenden Kausalitäten im Detail untersucht, um die Infektionsketten rückverfolgen zu können“, heißt es weiter in dem Schreiben. Das bedeutet jedoch auch, dass der letzte Beweis, dass die Corona-Mutation so nach Tirol gelangte, nicht vorliegt.

Land Tirol: Spurensuche der Infektionsketten - Deutsche Behörden über Corona-Mutation informiert

„Wichtig ist uns, zu betonen, dass es bei den Erhebungen nicht darum geht, einen ‚Schuldigen‘ zu suchen. Es geht einzig und allein darum, mögliche Infektionsketten bestmöglich nachzuvollziehen und allen Hinweisen nachzugehen, damit sich die ansteckenderen Mutationen nicht weiter ausbreiten können“, sagte der Bezirkshauptmann von Schwaz Michael Brandl. Über das europaweit vernetzte Online-Tracingsystem seien die deutschen Behörden über den Fall informiert worden. (aka)

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Rubriklistenbild: © Matthias Balk

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