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Aus diesem Heißluftballon stürzte der Helfer mehr als 100 Meter tief.

Unglück in Tirol

Ballon zieht Helfer hoch - Todessturz aus 100 Metern

Oberndorf - Dramatisches Unglück in Österreich: Ein Tiroler wollte einer deutschen Familie beim Ausstieg nach einer Ballon-Fahrt helfen und wird 100 Meter hoch gezogen. Dort verlassen ihn die Kräfte und er stürzt in den Tod.

Traumhaftes Wetter und ein noch traumhafteres Panorama – das war gestern ein Morgen wie geschaffen für einen Ausflug im Heißluftballon. Doch einer Urlauberfamilie aus Witten (Nordrhein-Westfalen) hat sich ihre Fahrt im Ballon am Wilden Kaiser für immer ins Gedächtnis gebrannt: Die Leute wurden bei der Landung in ein kaum zu beschreibendes Drama verwickelt und mussten alle mitansehen, wie ein Mensch aus hundert Metern Höhe in den Tod stürzte.

Der Ballon hatte in Ellmau abgehoben – im Korb eine fünfköpfige Familie und die Pilotin. In Oberndorf nahe Kitzbühel stand eine Zwischenladung an. Hans P., 66-jähriger Helfer der Ballonfirma, ein sogenannter Verfolger, sollte dort den Ballon mit einem Seil am Boden fixieren, damit die Gäste bequem aussteigen können. Vier Urlauber verließen nun den Korb, es blieben darin nur noch die Großmutter der Familie und die Pilotin. Doch dann passierte es: Vielleicht wegen einer Böe hob der Heißluftballon plötzlich wieder ab, aber Hans P. zog weiter fest am Seil, bis er sich selbst vom Boden löste.

Der Chef des Ballonunternehmens, Walter Seibl, befindet sich in tiefer Trauer. Er kann sich nicht erklären, weshalb Hans P. so handelte, zumal die Pilotin sich noch im Korb befand. Seibl vermutet aber, dass der Helfer vielleicht deswegen nicht losließ, damit er – wenn seine Füße wieder Boden berühren – den Ballon zur Straße hinleiten zu können. Dort stand das Verfolgerfahrzeug. Doch dies sei nur reine Spekulation. Die Polizei denkt, dass Hans P. wohl im Schreck so handelte.

Der Ballon kam nicht runter, sondern schraubte sich immer höher in die Luft. 50 Meter, 70, schließlich hundert. Hans P. klammerte sich in Todesangst an das Seil, währenddessen die Pilotin und die Oma verzweifelt, aber vergeblich versuchten, den unter ihnen baumelnden Mann irgendwie in den Korb zu bekommen. Schließlich hatte Hans P. nicht mehr die Kraft, sich gegen das unvermeidliche Schicksal zu stemmen, er musste das Seil durch seine Händen gleiten lassen und stürzte vor den Augen der entsetzten Urlauber und der Pilotin in die Tiefe, wo er am Boden auf einer kleinen Straße aufschlug.

Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Sämtliche Augenzeugen stehen unter Schock und werden betreut. Ihr Traumtag war zum einzigen Albtraum geworden.

MC

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