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Vielen Usern geht es zu weit, Promis den Tod zu wünschen.

Satire gern, aber das geht dem Netz zu weit

Klopp und Klum sollen sterben: Titanic erntet Shitstorm für diese Collage

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Frankfurt - Was haben Helmut Kohl, Jürgen Klopp und Heidi Klum gemeinsam? Sie sollen noch dieses Jahr noch sterben - wenn es nach dem Satiremagazin Titanic geht. Viele finden die Collage so gar nicht witzig.

Im Jahr 2016 hat die Welt um besonders viele berühmte Persönlichkeiten getrauert. Erst am Dienstag starb „Prinzessin Leia“-Darstellerin Carrie Fisher. Sie stellte sich in eine Reihe mit unter anderem Sänger George Michael, Filmstar Zsa Zsa Gabor, Politikerin Hildegard Hamm-Brücher und Schauspieler Manfred Krug. Von einem „schwarzen Jahr“ ist die Rede, ein Nachruf jagt den anderen. 

Das Satiremagazin Titanic nimmt den Umgang mit gestorbenen Promis auf die Schippe. Auf einem Foto reiht es Porträts der Toten aneinander - das „George-Michael-Gedächtnisabo“. Es zeigt zum Beispiel Prince, Guido Westerwelle und Bud Spencer. In der Auflistung finden sich Fehler. Unter dem Foto von Bob Dylan steht der Name Leonard Cohen. Das Foto von Erika Berger ist mit Senta Berger untertitelt - Namen verwechseln, das passiert sogar der Tagesschau. Hier scheint es aber Absicht zu sein.

Wer ist der Nächste?

Doch damit nicht genug: Titanic ergänzt die Liste der Verstorbenen um Promis, die noch leben. Über dem Titel „Endspurt im Promi-Sterbejahr - Auf geht‘s 2016“ schlagen die Satiriker ein paar Stars vor, die der Tod heuer noch holen könnte. Wie wäre es mit Donald Trump, Jürgen Klopp, Joseph Ratzinger oder Til Schweiger?

Beim Tod hört der Spaß auf

Darf Satire alles? Die Menschen im Netz sagen überwiegend: Nein. Satire darf einiges, aber längst nicht alles. Beim Tod hört der Spaß auf. Zu sterben, das wünsche man niemandem, schreibt Julia L. auf Facebook. „Sorry. Humorlos. Lebenden Personen wird hier der Tod indirekt gewünscht, und das überschreitet jede Grenze zum Humor, so sehr man einzelne Personen auch nicht mag!“, kommentiert auch Jan S. auf Facebook. Ein anderer setzt Titanic auf seine Twitter-Blockliste.

Matthias O. hält die Collage für „Unterste Schublade und absolut kein bisschen witzig!“, schreibt er auf Facebook. Petra Leese ist empört: „Wer nimmt es sich heraus, so einen ,Mist‘ zu veröffentlichen??? Gedenkt lieber den Verstorbenen, die unsere Welt bereichert haben!!“ Manche Twitter-User geben dem Satiremagazin sogar die Schuld an dem Tod von Carrie Fisher.

Wenige finden die Collage witzig

Zwischen den empörten Postings nimmt der eine oder andere die Titanic in Schutz. „Rein witztechnisch halt ich die Aktion für ziemlich gelungen, eine unerwartete Übertreibung eines recht aktuellen Themas mit bewusstem Verdrehen gesellschaftlicher Konventionen. Ich glaube das ist die Kernaufgabe der Titantic“, schreibt etwa Alexander L. auf Facebook. Max J. P. stimmt zu: „Ich musste lachen.“

Geht es aber nach der Mehrzahl der über 1000 Kommentare und unzähligen Tweets, hat Titanic diesmal schlichtweg danebengegriffen. Tina V.: „Na ja, Satire und schwarzer Humor ist das nicht, dafür ist es zu flach und zu einfallslos, null Raffinesse, null Kunst ... man muss Satire eben auch können, und dieses Mal konnten sie es bei der Titanic eher nicht, schade eigentlich...“

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