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Bundespräsident Joachim Gauck spricht beim Trauergottesdienst in im Neustädter St.-Jakobus-Münster.

Titisee-Neustadt

Bewegender Abschied von Opfern der Brandkatastrophe

Titisee-Neustadt - In Titisee-Neustadt haben die Menschen Abschied von den 14 Todesopfern der Brandkatastrophe genommen. Angehörige, Freunde, Rettungskräfte, Politiker und Geistliche versammelten sich zu einem bewegenden Trauergottesdienst.

Die Kirchenbänke im Neustädter St.-Jakobus-Münster sind am Samstag bis auf den letzten Platz gefüllt. Bis in die Seitenschiffe hinein drängen sich die Menschen, um Abschied von den Opfern der Brandkatastrophe in der Caritas-Behindertenwerkstatt in Titisse-Neustadt zu nehmen.

Etwa 1.000 Menschen sind zu der bewegenden Trauerfeier für die 14 Brandopfer gekommen, die zur gleichen Zeit in den Kirchen ihrer umliegenden Heimatgemeinden aufgebahrt sind. Blumengebinde und von Beschäftigten in der Behindertenwerkstatt gemalte Bilder schmücken den Altarraum, der von der Wintersonne durch die bunten Mosaikfenster erhellt wird.

Bewegender Abschied von Opfern der Brandkatastrophe

Bewegender Abschied von Opfern der Brandkatastrophe

Mit bewegenden Worten versuchen der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch und der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Baden, Ulrich Fischer, in einer gemeinsamen Messe den Angehörigen Anteilnahme und Trost zu spenden. An einem Ort, wo viele Menschen Hilfe erführen, sei „jede Hilfe zu spät gekommen“, sagt Zollitsch. Doch tue es gut, „mit dem Schmerz nicht allein zu sein“. Landesbischof Fischer sagt, er hoffe, mit dem Gottesdienst Wege aus der Trostlosigkeit, Erschütterung und Erstarrung weisen zu können.

Für jeden eine Kerze

Als die Toten einzeln beim Vornamen genannt und für jeden eine Kerze angezündet wird, erheben sich die Trauernden, während vom Turm die Glocken läuten. Angehörige, Freunde, Mitarbeiter und die vielen Rettungshelfer der ersten Stunde sowie Mitbürger erweisen den Opfern die letzte Ehre. Zu den Trauergästen zählen auch Bundespräsident Joachim Gauck, der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Landesinnenminister Reinhold Gall (SPD), Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sowie die Bürgermeister der umliegender Heimatgemeinden.

In einer Ansprache würdigt Kretschmann besonders den Einsatz der Hilfskräfte sowie „die große Hilfsbereitschaft“ der Menschen im Land. Der Vorstandsvorsitzende des Caritasverbandes Freiburg, Egon Engler, spricht davon, wie schwer es falle, „die Tragik des Todes anzunehmen“.

Gauck spricht mit Angehörigen

Im Anschluss an den Gottesdienst führt Bundespräsident Gauck Gespräche mit den Angehörigen. Dabei soll es nach Angaben von Teilnehmern zu bewegenden Begegnungen gekommen sein.

Rund 300 Trauernde verfolgen im 35 Kilometer entfernten Freiburger Münster die Trauermesse live mit. Fernsehen und Radio übertragen die Andacht landesweit. In Baden-Württemberg war Trauerbeflaggung angeordnet.

Am Montag waren bei einer Gasverpuffung in der Caritas-Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt 13 behinderte Menschen und eine Betreuerin ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden schwer verletzt, darunter auch zwei Feuerwehrleute.

Von Michael Scheuermann

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