Ermittlungen gegen Mitarbeiterinnen

Tod im Pflegeheim: Rentner in Wanne verbrüht

Halle - Einen grausamen Tod hat ein völlig hilfloser 79-Jähriger in einem Pflegeheim in Sachsen-Anhalt erlitten. Jetzt wird gegen zwei Mitarbeiterinnen der Einrichtung ermittelt.

In einem Pflegeheim im sachsen-anhaltinischen Allstedt sollen zwei Mitarbeiterinnen einen 79-Jährigen in einer Badewanne mit viel zu heißem Wasser allein gelassen haben. Der Rentner erlitt bei dem Vorfall Verbrühungen und starb später im Brandverletztenzentrum in Halle. Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt gegen die 49 und 53 Jahre alten Mitarbeiterinnen wegen fahrlässiger Tötung, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte.

Der Vorfall ereignete sich bereits vor gut einer Woche. Die Beschuldigten sollen das Wasser angestellt und dann den Raum verlassen haben. Als sie die zu hohe Temperatur bemerkten, holten sie den Senior mit einem Lift aus der Spezialwanne und legten ihn in Decken gewickelt in sein Bett.

Die Behörde ordnete eine Sektion der Leiche an. Es soll geklärt werden, ob ein Zusammenhang zwischen den Verbrühungen und dem Tod des Manns besteht. Dies sei "aber sehr naheliegend", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Mittwoch), die zuerst über den Vorfall berichtet hatte.

Die Staatsanwaltschaft geht laut einem Sprecher nicht davon aus, dass der 79-Jährige die Wassertemperatur selbst erhöht hat. Er sei nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt gewesen und habe nicht mehr sprechen können. Deshalb habe er sich auch nicht bemerkbar machen können.

Der Betreiber des Heims entließ die Mitarbeiterinnen inzwischen.

dpa/afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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