"Gefangen in Welt der Horrorfantasien"

Tödliche Messerattacke: Schüler muss ins Gefängnis

Verden - Tötungsfantasien hatte der Schüler schon länger. In einem Getränkemarkt setzte er sie in die Tat um - eine Verkäuferin starb qualvoll. Jetzt muss er für viele Jahre ins Gefängnis.

120 Mal stach der Schüler zu, die junge Verkäuferin verblutete qualvoll. Dafür muss der 19-jährige Täter 13 Jahre Jugendhaft wegen Mordes verbüßen. Die Richter am Landgericht Verden sahen bei der Urteilsverkündung am Freitag eine hohe Rückfallgefahr - wegen sadistischer Neigungen des jungen Mannes.

„Der Angeklagte ist gefangen gewesen in einer Welt der Horror- und Tötungsfantasien“, sagte der Vorsitzende Richter nach Angaben einer Gerichtssprecherin. Deshalb soll vor Ablauf der Haftstrafe geprüft werden, ob eine Sicherungsverwahrung nötig ist.

Immer wieder stach er auf Verkäuferin ein

Der Schüler hatte als Aushilfe in einem Getränkemarkt in Rethem bei Bremen gearbeitet. Er überfiel seine 23 Jahre alte Kollegin im vergangenen Herbst, als diese mit der Kassenabrechnung beschäftigt war. Als die junge Frau sich wehrte, stach er mit einem Messer immer wieder auf sie ein. 30 Stiche fügte er ihr allein im Gesicht und am Kopf zu. Nach Ansicht der Kammer wollte der Schüler seine Kollegin quälen, wie die Gerichtssprecherin sagte. Nach der Tat raubte er 1600 Euro aus dem Tresor und flüchtete zu Bekannten.

Der Polizei erzählte er, ein Unbekannter habe den Laden überfallen. Vor Gericht gestand er später die Tat. Er bestritt aber, dass er die 23-Jährige habe quälen wollen. Nach 22 Verhandlungstagen kam die Kammer allerdings zu einem anderen Ergebnis. Sie hatte Familie und Freunde des Angeklagten befragt. Demnach hatte der Schüler unter anderem seiner damaligen Freundin von sadistischen Fantasien berichtet.

Mit seinem Urteil folgte das Landgericht in großen Teilen der Staatsanwaltschaft, die eine Jugendstrafe von 14 Jahren gefordert hatte. Die Verteidigung kündigte an, Revision einlegen zu wollen. Sie hatte sich für maximal zehn Jahre Haft ausgesprochen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Familiendrama in Italien: Mann erschießt Frau und feuert vom Balkon
Erst erschießt er seine Frau, dann feuert er vom Balkon und richtet die Waffe schließlich gegen sich selbst: In einer Kleinstadt in Süditalien ist es am Montag zu einem …
Familiendrama in Italien: Mann erschießt Frau und feuert vom Balkon
Vater postet dieses Bild von Tochter auf Facebook - kurz darauf ist sie tot
Wie kann ein Mensch nur so etwas machen? Zuerst postete ein Familienvater ein Bild seiner achtjährigen Tochter auf Facebook - keine Stunde später soll er sie getötet …
Vater postet dieses Bild von Tochter auf Facebook - kurz darauf ist sie tot
Strengere Richtlinien für US-Forschungsgelder
Forscher brauchen Geld, um klinische Studien durchführen zu können. In den USA bekommen sie das auch von der Gesundheitsbehörde NIH. Die führt jetzt aber strengere …
Strengere Richtlinien für US-Forschungsgelder
Mehr als hundert Hütten in französischem Skiort wegen Lawinengefahr evakuiert
Wegen hoher Lawinengefahr sind im bekannten französischen Skiort Chamonix beim Mont Blanc mehr als hundert Hütten evakuiert worden.
Mehr als hundert Hütten in französischem Skiort wegen Lawinengefahr evakuiert

Kommentare