Wie er den Vorfall in Charleston schildert

Handy-Filmer nach Todesschüssen: Hatte Angst um mein Leben

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Charleston - Nach den tödlichen Polizeischüssen hat der Handy-Filmer nun seine Beobachtungen geschildert. Das Opfer habe demnach nur versucht, dem Taser zu entkommen - er widerspricht damit dem Polizisten.

Sein Video brachte die Diskussionen so richtig ins Rollen. Feidin Santana hat die tödlichen Polizeischüsse auf den unbewaffneten Afro-Amerikaner Walter Scott in der US-Stadt North Charleston mit seinem Handy gefilmt und den Beamten damit überführt. Nun hat er sich in einem Interview mit dem Nachrichtensender NBC zu den Umständen geäußert, wie das Video entstanden ist. "Als ich die Situation bemerkt hatte, war ich gerade auf dem Weg zur Arbeit", erklärte er.

Was er dort genau gesehen hatte, war ein Streit zwischen dem Polizisten Michael Slager und dem unbewaffneten Walter Scott. "Sie lagen auf dem Boden, und der Polizist hatte die Lage unter Kontrolle", schilderte er seine Beobachtungen. Nachdem er dann das Geräusch eines Tasers gehört hatte, begann er zu filmen. Scott habe schlichtweg versucht, der Elektroschockpistole zu entkommen, sie laut Santana aber nie selbst gegen den Polizisten benutzt. Daher habe der Polizist "eine falsche Entscheidung getroffen". Medienberichten zufolge soll Slager zunächst behauptet haben, Scott habe ihm den Elektroschocker entrissen.

Der Beamte habe dem Mann dann "einfach in den Rücken geschossen", sagte Santana. Ihm sei gleich klar gewesen, welch wichtiges Material er damit besitze. Daher hätte er nach dem Vorfall sogar Angst um sein Leben gehabt. "Ich habe darüber nachgedacht, das Video zu löschen und North Charleston zu verlassen", sagte Santana. Dann habe er sich aber an Scotts Angehörige gewandt.

Das Video zeigt unter anderem die Szene, wie der weiße Polizist acht Mal auf den Rücken des flüchtenden Schwarzen schießt. Der Beamte hatte von Notwehr gesprochen, weil er um sein Leben gefürchtet habe.

mg/AFP

Tödliche Polizeischüsse: US-Stadt will Körperkameras

Rubriklistenbild: © AFP

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