Cecil, Simbabwe, Auslieferung
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Löwe Cecil im Jahr 2012 im Nationalpark Simbabwes.

Tausende Menschen unterzeichnen Petition

Tötung von Löwe Cecil: Simbabwe fordert Auslieferung

Washington - Die Kritik an einem Löwen-Jäger aus den USA reißt nicht ab. Simbabwe will ihn zur Verantwortung ziehen. Auch Stimmen für ein Verbot von Großwildjagden in Afrika mehren sich.

Nach der weltweit kritisierten Tötung des berühmten Löwen Cecil in Simbabwe will das südostafrikanische Land die Auslieferung des Jägers aus den USA beantragen. Er müsse sich vor Gericht in Simbabwe dafür verantworten, mit dem Löwen eine „Ikone“ erlegt zu haben, sagte Umweltministerin Oppah Muchinguri am Freitag in der Hauptstadt Harare. „Wir haben den Prozess für die Auslieferung bereits eingeleitet“, sagte die Politikerin. Es gebe in Simbabwe viele wütende Reaktionen auf die Tötung Cecils. „Wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst“, fügte Muchinguri hinzu.

Der im Bundesstaat Minnesota lebende Zahnarzt Walter Palmer hatte den 13 Jahre alten Löwen, der als eine Art Wahrzeichen eines Nationalparks im Nordwesten Simbabwes galt, Anfang Juli mit einem perfiden Trick aus dem Park gelockt und getötet. Palmer gab an, von der Illegalität nichts gewusst zu haben. Die Aktion löste unter Tierschützern, im Internet und bei Prominenten einen Sturm der Entrüstung aus.

Inzwischen unterzeichneten mehr als 160 000 Menschen eine an US-Außenminister John Kerry und Justizministerin Loretta Lynch gerichtete Petition, Palmer an die Behörden in Simbabwe auszuliefern. Um eine Antwort der US-Regierung zu erhalten, waren nur 100 000 Unterschriften nötig. Ein örtlicher Jäger, der Palmer half, und der Besitzer des Grundstücks, auf dessen Land das Tier getötet wurde, müssen sich wegen Verdachts auf Wilderei vor Gericht verantworten.

Auch die USA haben Ermittlungen gegen Palmer aufgenommen. „Wir werden uns von den Fakten leiten lassen“, teilte die Behörde für Fischerei und Tiere (UWFWS) auf Twitter mit. Sie forderte den Jäger auf, sich umgehend bei der Behörde zu melden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) begrüßte diesen Schritt. „Ich bin bestürzt und traurig. Im Hwange-Nationalpark gilt ein Jagdverbot, was man auch nicht durch Tricks umgehen kann“, sagte die Ministerin der „Bild“-Zeitung. „Daher ist es gut, dass die zuständigen Stellen rasch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet haben.“

Unterdessen haben die Vereinten Nationen auf Initiative Deutschlands erstmals mit einer Resolution zum Kampf gegen Wilderei aufgerufen. Das Töten von Wildtieren und der illegale Handel mit ihnen müsse als „ernstes Verbrechen“ behandelt werden, lautet die Forderung in dem am Donnerstag von der UN-Vollversammlung in New York verabschiedeten Papier.

dpa

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