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Tötungsdelikte: Diese Tatbestände unterscheidet das deutsche Recht

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Das Strafgesetzbuch unterscheidet mehrere Arten der Tötungsdelikte. Auch das Strafmaß variiert.
Das Strafgesetzbuch unterscheidet mehrere Arten der Tötungsdelikte. Auch das Strafmaß variiert. © dpa / Oliver Berg

Wer in Deutschland einen Menschen tötet, begeht ein Tötungsdelikt. Doch welche Tatbestände zählen dazu und wo ist genau der Unterschied zwischen Mord und Totschlag?

Unter einem Tötungsdelikt versteht man in eine Tat gegen das Leben eines Menschen, die auch dessen Tod zur Folge hat. Doch juristisch gesehen ist Tötungsdelikt nicht gleich Tötungsdelikt. Das Strafgesetzbuch (StGB) unterscheidet daher zwischen vielen verschiedenen Tatbeständen, die als Tötungsdelikte gelten. Doch was ist nun der Unterschied zwischen beispielsweise Totschlag und Mord?

Zu den Tötungsdelikten im klassischen Sinne zählen in Deutschland Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen. Jedoch gibt es auch in anderen Bereichen des Strafgesetzbuches Tatbestände, die den Tod eines Menschen zur Folge haben und deswegen auch zu den Tötungsdelikten gezählt werden. Dazu gehören unter anderem der Tatbestand der „Körperverletzung mit Todesfolge“ (§227 StGB), der „Raub mit Todesfolge“ (§251 StGB) oder der „Brandstiftung mit Todesfolge“ (§306c StGB). 

Tötungsdelikte: Welche Voraussetzungen müssen für Mord gegeben sein? 

Der im Volksmund wohl geläufigste Begriff im Zusammenhang mit Tötungsdelikten ist der „Mord“. Laut dem Strafgesetzbuch ist der Tatbestand des Mords erfüllt, wenn ein Mensch einen anderen Menschen mit Vorsatz tötet und zusätzlich ein sogenanntes Mordmerkmal vorliegt. 

Nach dem Mord-Paragrafen (§211) im Strafgesetzbuch ist ein Mordmerkmal gegeben, wenn die Tötung aufgrund einer der folgenden Punkte erfolgt ist: 

Damit ein Täter wegen Mordes verurteilt werden kann, muss also klar aufgezeigt werden, dass ein solches Mordmerkmal bei der Tat vorlag. Da diese aber nicht immer klar abgegrenzt sind, kann es hierbei zu Streitigkeiten kommen.

Mord und Totschlag: Wo liegt der Unterschied zwischen den beiden Tötungsdelikten?

Liegt keines dieser Merkmale vor, so kann der Täter lediglich wegen Totschlags verurteilt werden. Laut Strafgesetzbuch trifft der Tatbestand des „Totschlags“ (§212) auf einen Täter zu, der einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein. 

Der Hauptunterschied zwischen Mord und Totschlag besteht dabei in der Höhe der vorgeschriebenen Strafe. Wer wegen Mordes verurteilt wird, erhält zwingend eine lebenslange Freiheitsstrafe. So schreibt es das Strafgesetzbuch vor. Der Strafbestand des Totschlags fordert dagegen nur eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren als Strafe. In besonders schweren Fällen kann jedoch auch ein Totschläger zu lebenslanger Haft verurteilt werden. 

Abgesehen von der Höhe der Strafe unterscheiden sich Mord und Totschlag aber auch bei der Zeit, die vergangen sein muss, damit die Tat verjährt ist. Während beim Totschlag nach deutschem Recht nach 20 Jahren verjährt, zählt zu den weiteren Besonderheiten des Mordes, dass es für ihn keine Verjährung gibt. 

Tötungsdelikte in Deutschland: Tötung auf Verlangen

Als ein weiters Tötungsdelikt gilt in der deutschen Rechtssprechung auch die „Tötung auf Verlangen“ (§216). Ein Täter macht sich dieses Tatbestandes schuldig, wenn er auf das ausdrückliche Verlangen eines anderen Menschen, diesen getötet hat. 

Das Strafmaß, welches das Strafgesetzbuch für die Tötung auf Verlangen vorgibt, bewegt sich zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Freiheitsentzug.

Neben den oben aufgeführten Tatbeständen können darüber hinaus auch noch der „Schwangerschaftsabbruch“ (§218 StGB), die „fahrlässige Tötung“ oder die „sexuelle Nötigung mit Todesfolge (§178 StGB) zu den Tötungsdelikten gezählt werden.

Ob ein Tötungsdelikt tatsächlich vor Gericht kommt, ist aber nicht gewiss. Manche Experten gehen davon aus, dass auch in Deutschland immer wieder Morde unentdeckt bleiben und niemals nach einem Täter gesucht wird.

fd

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