Spektakuläres Naturphänomen

Tornado am Bodensee: Gigantische Wassersäule ragte aus dem Wasser - Wetterexperte schlägt Alarm

Eine gigantische Wasserhose wirbelte am Wochenende über den Bodensee. Es gibt unglaubliche Aufnahmen von dem Ungetüm am Himmel. Ein Tornado-Experte schlägt Alarm.

Friedrichshafen - Es ist ein Naturspektakel das fasziniert, doch auch Unbehagen auslöst: Eine riesige Wassersäule ragt aus dem Bodensee. Am vergangenen Wochenende wurden gleich zwei gigantische Wasserhosen auf dem See gesichtet. Es ist nicht das erste Mal. Vergangenen August schon sorgte ein Video von einem Bodensee-Tornado für Aufsehen. Und diese Art von Tornado über dem Wasser wird in Zukunft häufiger und heftiger geben.

„Man geht davon aus, dass Tornados durch mehr Energie in der Atmosphäre heftiger werden“, erklärt der Tornado-Experte des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Andreas Friedrich. Solche Windschläuche würden sich als Wasserhosen auch über größeren Seen in Deutschland wie dem Bodensee, dem Chiemsee oder dem Starnberger See immer wieder bilden.

Wasserhosen am Bodensee: Tornado-Experte erklärt das Phänomen

Für die Bildung solcher Tornados müssten mehrere Faktoren zusammenkommen, betonte Experte Friedrich: starke Temperaturunterschiede, Regenwolken, die nicht mehr als einen Kilometer über der Oberfläche hängen, feuchte Luft und verschiedene Windrichtungen in unterschiedlichen Höhen. „Das muss mindestens über einige Minuten vorhanden sein“, sagte Friedrich.

In Langenargen richteten die beiden Wasserhosen keine größeren Schäden an. Wie gefährlich solche Tornados sind, lässt sich laut Friedrich nicht pauschal sagen: „Das hängt von der Stärke ab. Es kann sein, dass eine Wasserhose auf Land trifft. Dort kann sie wie ein Tornado Schäden anrichten.“ Wer die Bildung eines solchen Wolkenrüssels beobachte, solle die betroffene Region in jedem Fall meiden, riet Friedrich.

In Deutschland würden pro Jahr zwischen 20 und 60 Tornados gemeldet, sagte Friedrich. Diese Zahl sei in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, allerdings wohl nicht wegen des Klimawandels: „Die Dunkelziffer hat abgenommen, mit Webcams und Handykameras werden diese Ereignisse öfter beobachtet als früher.“ Die Hauptsaison für Tornados liege im Spätsommer und Herbst. (dpa)

Rubriklistenbild: © Dr. Christoph Sommergruber/dpa

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