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Nach Oder nun auch hunderte tote Fische in der Saale - mögliche Ursache steht bereits fest

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Von: Victoria Krumbeck

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Am Freitag fanden Angler Hunderte tote Fische in der Saale. Videos zeigen das Leid der Tiere. Eine technische Störung in einem Unternehmen könnte die Ursache sein.

Bernburg/München - Das Bild von toten Fischen an der Wasseroberfläche kennt man schon von der Oder. Am Freitag fanden Angler tote Fische in der Saale unterhalb des Wehres in Bernburg. Auf Facebook teilte einer der Finder schockierende Videos. Darauf zu erkennen sind leblose Fische, die an der Wasseroberfläche treiben. Manche springen wie in einem Kampf um Leben und Tod aus dem Wasser. Eine mögliche Ursache zum Fischsterben in der Saale wurde öffentlich.

Hunderte tote Fische in der Saale - Mögliche Ursache gefunden

Wie der Anglerverband mitteilte, fanden Angler am Freitagmorgen tote Fische in der Saale. Über das Wochenende konnte der Verein etwa 300 tote Fische bergen. Schätzungen gehen von 3.000 verstorbenen Fischen aus, wie der Angelverband mitteilte. Der Landesanglerverband Sachsen-Anhalt e.V. stellte bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen Unbekannt. Ein Angler, der bei dem Fund der toten Fische dabei war, teilte auf Facebook mehrere Videos, die das tragische Ausmaß des Fischsterbens zeigten. Darin sieht man tote Fische, die im Fluss treiben und sich am Ufer sammeln. Es sind auch Fische zu sehen, die aus dem Fluss springen. „Mehrere Karpfen sind im Todeskampf wie wild aus dem Wasser gesprungen“, erzählte der Angler Bild.de.

Seit letzter Woche werden in dem deutsch-polnischen Grenzfluss Oder tote Fische geborgen. Noch immer laufen die Untersuchungen zu dem Unglück. Eine Verbindung zwischen dem Fischsterben in der Oder und in der Saale wird nicht vermutet.

Fischsterben in der Saale - technische Störung als mögliche Ursache

Das Soda-Unternehmen „Solvay“ teilte mit, dass es am Freitagmorgen zu einer technischen Störung kam. Es soll zu einem Riss in einer Rohrleitung gekommen sein. Dadurch konnte ammoniakalische Sole austreten, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Gegenüber dem MDR Sachsen-Anhalt, sagte eine Sprecherin, dass direkt gehandelt worden sei. Wie viel Sole in die Saale fließen konnte, ist noch unklar. „Wir untersuchen jetzt aber, wie es passieren konnte, dass trotz unserer Sicherheitsvorkehrungen etwas in die Saale gelangen konnte“, so die Sprecherin.

In der Saale wurden Hunderte tote Fische gefunden. Mögliche Ursache ist eine technische Störung des Soda-Unternehmens „Solvay Chemicals“ am Freitagmorgen.
Das Unternehmen „Solvay Chemicals“ in Bernburg meldete am Freitagmorgen eine technische Störung. © Schöning/IMAGO

Ammoniakalische Sole ist flüssig und wird von dem Unternehmen zur Produktion von Soda benötigt. Diese wird wiederum zur Herstellung von Glas und Reinigungsmitteln verwendet. Die Wasserschutzpolizei habe Wasserproben entnommen, die im Landeskriminalamt ausgewertet werden sollen, berichtete der MDR weiter. (vk)

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