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Die nächste totale Sonnenfinsternis steht kurz bevor. Ist sie auch in Deutschland zu sehen?

Spektakel am Himmel

Seltenes Ereignis: Totale Sonnenfinsternis am Himmel zu sehen

Die totale Sonnenfinsternis am 2. Juli ist ein Großereignis des astronomischen Jahres. Die Sonne wird komplett vom Mond verdeckt.

München - Die nächste totale Sonnenfinsternis steht kurz bevor. Am Abend des 2. Juli dürfen Teile des Planeten dem astronomischen Spektakel beiwohnen. Nachdem bereits im Januar eine partielle SoFi das Astro-Jahr einläutete, kommt es in wenigen Tagen zu einer vollständigen Verdunkelung der Sonne. Doch wird sie in Deutschland zu sehen sein und was kann man sich unter einer totalen Sonnenfinsternis vorstellen?

Offiziellen Angaben zufolge dürfen wir uns im 21. Jahrhundert über durchschnittlich etwas mehr als zwei Sonnenfinsternisse pro Jahr freuen. Allerdings ist bei jedem dieser Himmelsspektakel immer nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung als Zuschauer live dabei. Am 2. Juli dürfen die Deutschen gern drinnen bleiben, denn die totale Sonnenfinsternis ist ausschließlich auf der Südhalbkugel sichtbar - besonders Südamerika kommt in den Genuss.

Wer das Ganze trotzdem über die sozialen Medien oder die lokale Berichterstattung verfolgen möchte, der kann das bequem vom Sofa aus tun. Die totale Sonnenfinsternis beginnt am 02. Juli 2019 um 16:55 Uhr deutscher Zeit und erreicht rund vier Stunden später ihren Höhepunkt - allerdings mitten im Pazifik. Kurios: Lediglich das unbewohnte Atoll Oeno liegt in dieser sogenannten Totalitätszone.

Aber worum handelt es sich bei der seltenen totalen Finsternis genau? Welche anderen Arten des Himmelsphänomen gibt es? Und in welchen Ländern lässt sich die Sonnenfinsternis im Juli 2019 genau beobachten? Wir haben alle wichtigen Infos rund um die totale Sonnenfinsternis im Juli 2019 auf einen Blick für Sie parat.

Totale Sonnenfinsternis im Juli 2019: Wo kann man sie sehen?

Die letzte in Deutschland sichtbare Sonnenfinsternis mit totalen Ausmaßen fand 1999 statt - allerdings konnten nur die wenigsten einen Blick auf das Schauspiel erhaschen, denn damals machte die dichte Wolkendecke dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Auch 2019 gehen wir hierzulande leer aus. Die Sonnenfinsternis im Juli 2019 ist in Deutschland nicht zu sehen.

Freuen darf man sich stattdessen im Westen von Südamerika. Kleine Teile von Chile und Argentinien liegen im Kernschatten des Mondes und können das Naturschauspiel deshalb in voller Pracht genießen. Wie bereits vor einem Jahr über Australien dürfte das Himmelsspektakel allerdings nur von kurzer Dauer sein. Ihren Zenit hält die kommende Finsternis für gerade einmal 4 Minuten und 33 Sekunden.

Video: Das war die letzte Sonnenfinsternis in Deutschland

Was ist eigentlich eine totale Sonnenfinsternis?

Im Zusammenhang mit der Verdunklung der Sonne dürften vielen die Begriffe total und partiell im Kopf geblieben sein. Astronomen unterscheiden jedoch gleich vier verschiedene Arten von Sonnenfinsternissen. Zu den genannten gesellen sich noch hybride sowie ringförmige Ausprägungen.

Um eine totale Sonnenfinsternis handelt es sich, wenn der Mond die Sonne für einige Minuten komplett verdeckt. Für die Dauer dieser Phase spielen zwei Faktoren eine entscheidende Rolle: 

  • Entfernung zwischen Mond und Erde
  • Entfernung zwischen Sonne und Erde

Je näher sich der Mond an der Erde befindet und je weiter die Sonne von der Erde entfernt ist, desto länger die totale SoFI.

Ebenso wichtig ist die Unterscheidung zwischen Kern- und Halbschatten. Nur wer sich im Kernschatten des Spektakels befindet, bekommt die totale Finsternis zu sehen. Im Halbschatten hingegen ist lediglich eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten.

Die letzte totale Sonnenfinsternis - aufgenommen in Spitzbergen:

Totale Sonnenfinsternis im Juli 2019 ist auch eine partielle Finsternis

Die häufigste der vier Arten ist die partielle Sonnenfinsternis. Davon ist immer dann die Rede, wenn die Sonne nur teilweise vom Mond verdeckt wird und der Kernschatten die Erde verfehlt.

Stattdessen fällt nur der Halbschatten auf den blauen Planeten und der Mond schiebt sich stückweise vor die Sonne. Die Größe der verdunkelten Fläche hängt von der Position des Betrachters ab. Es gilt also: Jede totale Sonnenfinsternis ist auch eine partielle, aber keine partielle eine totale Sonnenfinsternis.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis liegt immer dann vor, wenn die Distanz zwischen Mond und Erde einen Grenzbereich überschreitet, sodass der Mond die Sonne nicht mehr komplett verdecken kann - Astronomen beschreiben diesen Zustand auch als „erdfern“.

Die Folge: Sonne, Mond und Erde liegen auf einer Linie und der Kernschatten kann den blauen Planeten nicht mehr erreichen. So erscheint der Mond deutlich kleiner als die Erde. Dementsprechend erhält die ringförmige Sonnenfinsternis Ihren Namen vom hellen, feurigen Kranz um den Mond, der währenddessen zu sehen ist.

Die letzte und mit Abstand seltenste Ausprägung nennt sich hybride Sonnenfinsternis. Es handelt sich um eine Kombination aus ringförmiger und totaler SoFi. Zu Beginn lässt sich der charakteristische Feuerkranz um den Mond erspähen, der im späteren Verlauf jedoch in eine vollständige Verdunkelung der Sonne übergeht.

Die hybride Finsternis ist auch deshalb so selten, weil die Distanz zwischen Erde und Mond in einem ganz bestimmten Verhältnis zur Entfernung der Sonne aufweisen muss. Nur rund einmal pro Jahrzehnt kommt es zur hybriden Variante. Die nächste hybride Sonnenfinsternis findet übrigens am 20. April 2023 statt.

Wie lange dauert die Sonnenfinsternis im Juli 2019 über Südamerika?

Die Dauer des Spektakels variiert von Finsternis zu Finsternis. Während die vollständige Verdunkelung der Sonne meist nur für wenige Minuten anhält, kann eine partielle Sonnenfinsternis gut und gerne mehrere Stunden andauern. So geschehen im Januar, als die Sonne rund vier Stunden teilweise verdeckt blieb.

Am 2. Juli trifft der Schatten des Mondes erstmals um 16:55 Uhr auf die Erdoberfläche - allerdings so weit im Pazifik, das diesen Moment wohl kaum eine Menschenseele erleben dürfte. Berechnungen von timeanddate zufolge kommt zunächst die Südspitze Argentiniens in den Genuss einer partiellen SoFI. Das geschieht um etwa um 21:10 Uhr deutscher Zeit. 

Der Zeitplan der totalen Sonnenfinsternis am 2. Juli 2019 über Südamerika

Status

UTC

(Universal Time)

CEST

(Deutsche Zeit)

Beginn: Partielle Finsternis

2. Juli, 16:55

2. Juli, 18:55

Beginn: Totale Finsternis

2. Juli, 18:01

2. Juli, 20:01

Maximale Finsternis

2. Juli, 19:22

2. Juli, 21:22

Ende: Totale Finsternis

2. Juli, 20:44

2. Juli, 22:44

Ende: Partielle Finsternis

2. Juli, 21:50

2. Juli, 23:50

Nach der SoFi im Juli 2019: Wann ist die nächste Sonnenfinsternis?

Bis wir in Deutschland die nächste Sonnenfinsternis am eigenen Leib miterleben können, müssen wir uns noch eine ganze Weile gedulden. Viele werden diesen speziellen Tag wahrscheinlich nicht mehr erleben. Erst am 3. September 2081 ist die nächste totale Sonnenfinsternis von Deutschland aus zu sehen. Rund um den Bodensee soll dieses Schauspiel besonders gut zu beobachten sein.

In Norddeutschland hingegen lässt die nächste totale Finsternis noch länger auf sich warten. Rund 50 Jahre später, am 07. Oktober 2135 verirrt sich der Kernschatten des Mondes schließlich nach Hamburg und Co. Deutlich früher darf Deutschland wieder eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Bereits am 10. Juni 2021 ist es soweit: Der Mond verdeckt Teile der Sonne - ein Schauspiel, an dem sich ganz Deutschland erfreuen darf.

Hierzulande gibt es dafür nur zwei Wochen nach der totalen Sonnenfinsternis ein anderes Schauspiel am Himmel. Eine partielle Mondfinsternis ist am 16. Juli 2019 zu sehen.

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