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132 Tote bei Anschlagsserie in Sadr-City

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- Bagdad - Bei einer blutigen Anschlagserie in Bagdads Schiiten-Vorort Sadr-City sind am Donnerstag mindestens 132 Menschen getötet worden. Dschihad al-Dschabiri, Brigadegeneral im Innenministerium, sagte, 201 weitere Iraker seien bei der Serie von Explosionen und Mörsergranatenangriffen verletzt worden. Laut AlDschabiri explodierten am Nachmittag kurz hintereinander sechs Autobomben in dem östlichen Vorort der irakischen Hauptstadt. Eine siebte Autobombe sei rechtzeitig entdeckt und entschärft worden.

Bei einer Razzia von US-Soldaten in Sadr-City starben am Morgen nach Polizeiangaben vier Iraker. Bewaffnete Extremisten griffen am Donnerstag das Gesundheitsministerium im Zentrum der Stadt an. Sicherheitskräfte lieferten sich ein Feuergefecht mit den Angreifern. Berichte über Verletzte gab es jedoch nicht. Ein Vertreter des Ministeriums sagte, die Aufständischen hätten das Gebäude vermutlich angegriffen, um eine Schneise zwischen zwei Viertel zu schlagen, die vorwiegend von Sunniten bewohnt seien. Das Gesundheitsministerium wird von Ali al-Schammari geleitet, der zur Bewegung des radikalen Schiiten-Predigers Moktada al-Sadr gehört.

Ministerien oder Behördenvertreter sind im Irak häufig Ziel von Angriffen. Erst Anfang vergangener Woche hatten bewaffnete Männer in einer spektakulären Massenentführung mehr als 100 Mitarbeiter des Instituts für Kulturforschung, das zum Hochschulministerium gehört, verschleppt. Die Kidnapper waren mit mehreren Fahrzeugen vor dem Gebäude vorgefahren und hätten die Wachleute überwältigt. Rund 70 der Geiseln sind seither freigekommen, von den anderen fehlt jede Spur.

Ein Polizeisprecher sagte, acht weitere Menschen seien verletzt worden, als die US-Soldaten bei der Razzia in Sadr-City einen Kleinbus unter Beschuss nahmen, mit dem Einwohner auf dem Weg zur Arbeit gewesen seien. Die US-Armee stellte den Vorfall anders dar: "Ein Fahrzeug, das feindliche Absichten zeigte, wurde als akute Gefahr für die irakischen Truppen identifiziert. Irakische Soldaten feuerten auf das Fahrzeug, um die Gefahrenquelle auszuschalten."

Amerikanische Truppen suchen in Sadr-City seit einem Monat nach einem US-Soldaten irakischer Herkunft, der in Bagdad verschleppt worden war. Laut US-Armee richtete sich auch die Razzia am Donnerstag gegen die mutmaßlichen Entführer. Fünf Verdächtige seien festgenommen worden, hieß es.

Im Nordirak töteten Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag einen christlichen Politiker, der einer Bewegung angehörte, die eine Selbstverwaltung für die Christen in der Provinz Ninive gefordert hatte. Er wurde im Dorf Karakusch nordöstlich von Mossul erschossen.

Das Büro von US-Vizepräsident dementierte Berichte, Dick Cheney sei überraschend im Irak eingetroffen. Cheney werde an diesem Freitag nach Saudi-Arabien reisen, weitere Stationen seien nicht geplant, teilte das Büro mit. Der staatliche Fernsehsender Al-Irakija hatte zuvor gemeldet, Cheney sei in Bagdad eingetroffen.

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