27 Tote bei Bombenserie im Irak

- Bagdad - Bei einer Serie von Autobombenanschlägen im Irak sind am Mittwoch binnen weniger Stunden mindestens 27 Menschen getötet worden. Allein 18 Iraker starben, als eine Autobombe zwischen einer Polizeiwache und einem Krankenhaus im Osten von Bagdad explodierte.

Dies teilte das US- Militärkommando in Bagdad mit. Unter den Opfern sind fünf Polizisten. Eine halbe Stunde vor dem schweren Anschlag im Osten Bagdads waren bei einer ähnlichen Attacke vor der australischen Botschaft im Süden der irakischen Hauptstadt zwei Menschen getötet worden, berichtete der Fernsehsender Al-Irakija. Bei einem Autobombenanschlag auf den ehemaligen Muthanna-Flughafen im Westen von Bagdad starben zwei irakische Soldaten und zwei Zivilisten, ein US-Soldat erlitt Verletzungen, bestätigte das US-Militärkommando. Das irakische Fernsehen sprach von einem Selbstmordanschlag.

Ein weiterer Anschlag richtete sich gegen ein Zugangstor zum Bagdader Internationalen Flughafen. Zwei irakische Wachtposten starben und drei weitere wurden verletzt, als in ihrer Nähe eine Autobombe explodierte.

Der Vorsitzende des Übergangsparlament in Bagdad, Fuad Masum, erklärte unterdessen die Arbeit der Vertretung am Mittwoch offiziell für beendet. Die 15 Millionen irakischen Wahlberechtigten sollen am 30. Januar bei den ersten freien Wahlen ein neues Parlament sowie Ratsversammlungen für die Provinzen wählen.

Auch im so genannten Todesdreieck südlich von Bagdad detonierte am Mittwoch eine Autobombe. Nach Angaben des polnischen Militärkommandos wurde bei dem Anschlag auf einer Straße 20 Kilometer nördlich von Hilla ein irakischer Polizist getötet, zwei weitere erlitten Verletzungen. Bei einer Großrazzia in der Region töteten US-Truppen und irakische Soldaten seit Dienstag nach eigenen Angaben 11 bewaffnete Aufständische. 19 mutmaßliche Rebellen wurden festgenommen. Ein Ziel der Razzia in Latifija sei es gewesen, die Stadt vor den Wahlen am 30. Januar sicherer zu machen, sagte ein US-Armeesprecher vor Ort.

Ein Ehepaar aus Latifija entdeckte am Mittwoch die Leiche seines 26 Jahre alten Sohnes, der zehn Tage zuvor von bewaffneten Männern entführt worden war. Wie die Polizei mitteilte, war der Sohn auf der Suche nach den Leichen von zwei Cousins, die von Aufständischen getötet worden waren, als er ermordet wurde.

In der nahe gelegenen Ortschaft Jussifija wurde die enthauptete Leiche eines 31 Jahre alten Polizeioffiziers gefunden. Der Vater des Opfers erklärte, die Mörder hätten seinen Sohn aus dem Haus verschleppt. Die saudi-arabische Zeitung «Arab News» zitierte am Mittwoch einen Pilger aus Latifija, der Reportern der Zeitung bei der islamischen Wallfahrt in Mekka sagte: «Ich bin zum Hadsch gekommen, um dem Allmächtigen dafür zu danken, dass er mich und meine Angehörigen davor bewahrt hat, durch Bomben oder im Kreuzfeuer zu sterben. Ich bete, dass Frieden und Sicherheit in meine Heimat zurückkehren.»

Im Irak beginnen am Mittwoch genau wie in den anderen Staaten der islamischen Welt die Feiertage zum Opferfest («Eid al-Adha»). Im vergangenen Jahr hatten sich zwei Selbstmordattentäter bei Feierlichkeiten der kurdischen Parteien im Nordirak in die Luft gesprengt und mehr als 60 Menschen mit in den Tod gerissen.

Keine Informationen gab es über das Schicksal von acht entführten Chinesen. Ihre Entführer hatten am Dienstag mit der Ermordung der Männer innerhalb von 48 Stunden gedroht.

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