53 Tote bei Explosionen in chinesischen Minen

- Peking - Bei Gasexplosionen in zwei chinesischen Kohlegruben sind am Wochenende mindestens 53 Menschen ums Leben gekommen. Wie staatliche Medien am Sonntag berichteten, starben bei der Explosion in einer privat betriebenen Kohlegrube in der Provinz Yunnan im Südwesten des Landes am Samstag 32 Bergarbeiter.

28 weitere wurden verletzt. Weitere 60 Kumpel seien unter Tage eingeschlossen. Bei einem weiteren Unglück in einer Mine in der nordöstlichen Provinz Heilongjiang wurden am Samstag mindestens 21 Arbeiter getötet, auch hier suchen Rettungskräfte noch nach Vermissten.

Im vergangenen Jahr kamen bei Unfällen in chinesischen Bergwerken nach offiziellen Angaben insgesamt rund 6000 Bergleute ums Leben. Häufigste Ursache für die Unfälle sind veraltete Technik, illegaler Kohleabbau und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres starben mehr als 3700 Kumpel bei 2340 Unfällen. Viele Unglücke werden aus Furcht vor einer Minen-Schließung und Geldbußen nicht an die Behörden gemeldet.

Die staatliche Behörde für Arbeitssicherheit hatte eigenen Angaben zufolge im Januar die Schließung der privat betriebenen Changyuan- Kohlegrube in der Provinz Yunnan angeordnet, aber die lokale Regierung erlaubte den Weiterbetrieb. Die chinesische Regierung hatte erst kürzlich neue Vorschriften erlassen, mit denen lokale Beamten für Vorstöße gegen die Sicherheit verantwortlich gemacht werden können. «China hat keinen Mangel an Regularien, das Problem ist die Umsetzung», sagte Zhu Deren, Vize-Vorsitzender des Verbands der chinesischen Kohleindustrie, der Zeitung «China Daily».

In der Volksrepublik ereigneten sich nach Auskunft von Zhao Tiechui, Direktor der staatlichen Behörde für Sicherheit im Kohlebergbau, seit dem Jahr 2000 acht schwere Unglücke mit jeweils mehr als 100 Toten. «Bergleute unter Tage sind zu jeder Zeit Unfällen und Risiken ausgesetzt, die mit veralteter Ausrüstung und rückständiger Minentechnik zusammenhängen», sagte Zhao staatlichen Medien.

Viele Minen würden auch illegal betrieben, hieß es weiter. Lokale Beamte verfolgten teilweise eigene finanzielle Interessen und würden von Geschäftsleuten und sogar den Bergarbeitern selbst unter Druck gesetzt, damit auch unsichere Gruben nicht geschlossen werden. Bei rund 200 Millionen Wanderarbeitern sei es schwierig, Gesetze und Verordnungen zur Sicherheit im Bergbau umzusetzen.

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