300 Tote bei indischem Pilgerfest

- Neu Delhi - Die Massenpanik bei einem indischen Pilgerfest ist vermutlich von verschüttetem Öl auf dem Boden eines Tempels ausgelöst worden. Etwa 300 Menschen wurden bei dem Unglück im Westen Indiens am Dienstag zu Tode getrampelt und verbrannt.

Die meisten Opfer sollen Frauen und Kinder sein. Die Polizei berichtete darüber hinaus von mindestens 1000 Verletzten. «Ziegen werden geschlachtet und Gläubige zünden Öllampen im Tempel an. Viel Öl wurde auf dem Boden vergossen, einige Pilger rutschten aus und so wurde die Panik ausgelöst», sagte ein Polizist.

Tausende Gläubige hätten fluchtartig den Tempel verlassen und dabei Strommasten umgerannt. Drei Stunden später verursachte den Angaben zufolge ein Kurzschluss innerhalb des Tempels den Ausbruch des Feuers und die Explosion von Gaskartuschen. Der Fluchtweg sei von rund 450 parkenden Bussen und hunderten Autos in dem Tempelbezirk blockiert gewesen. Augenzeugen zufolge wurden hunderte Menschen niedergetrampelt und Kinder von ihren Eltern getrennt, als die panische Menge durch die schmalen Gassen floh. Bis zu 500 000 Pilger hatten sich Berichten zufolge am Mandhardevi-Tempel von Wai rund 120 Kilometer südöstlich von Bombay versammelt.

Zu dem Chaos haben nach Polizeiangaben mehrere Faktoren beigetragen. Zunächst hätten die Wartenden gestritten. «Die Leute in der Schlange wurden ungeduldig, es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, und Stände wurden angezündet», berichtete Maharashtras Regierungschef Vilasrao Deshmukh. Dann soll der Kurzschluss im Tempel das Feuer ausgelöst haben.

Zu dem auf einem Hügel gelegenen Tempel führt nur eine einzige befahrbare Straße, was den Zugang für Feuerwehr und Ambulanz erheblich erschwerte. Während des Pilgerfests kampieren die Gläubigen zu hunderttausenden um den 300 Jahre alten Tempel der Hindu-Göttin Kaleshwari. In den engen Gassen drängen sich fahrende Händler, die religiöse Gaben, Süßigkeiten und Kokosnüsse verkaufen. Die Gläubigen waren von Montag an eingetroffen, um das jährliche Pilgerfest zu feiern. Wegen des Vollmonds hatten sich am Dienstag die meisten Pilger eingefunden.

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