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Vor wenigen Tagen wurden erst über 900 illegale Einwanderer auf dem Mittelmeer vor Italien gerettet.

Schwere Schiffsunglücke

Bis zu 700 tote Flüchtlinge im Mittelmeer

Rom - Bis zu 700 Flüchtlinge sind bei zwei schweren Schiffsunglücken am Wochenende vor der libyschen Küste ums Leben gekommen.

Bei einem Schiffsuntergang im Mittelmeer könnten nach Angaben von Katastrophenhelfern bis zu 500 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Montag in Rom mitteilte, berichteten zwei Palästinenser, die am Donnerstag von einem italienischen Frachter gerettet wurden, ihr Flüchtlingsschiff sei vor Malta untergegangen.

Den Angaben zufolge soll die Schlepperbande, die das Schiff betrieb, dieses absichtlich versenkt haben, nachdem sich die Flüchtlinge geweigert hatten, auf hoher See in ein anderes Schiff umzusteigen. Bei den 500 verunglückten Flüchtlingen soll es sich vor allem um Syrer, Palästinenser, Ägypter und Sudanesen handeln, teilte IOM mit.

Sollte sich die Geschichte bestätigen, wäre sie die größte Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer der letzten Jahre. Zudem wäre sie „ein Akt des Massenmords“, heißt es in dem IOM-Bericht. Bei einem ähnlich tragischen Unglück waren im Oktober 2013 über 300 Flüchtlinge vor der italienischen Insel Lampedusa ertrunken.

Dutzende Menschen nach Flüchtlingsdrama vermisst

Zuvor war ein mit rund 200 afrikanischen Flüchtlingen besetztes Boot am Sonntagabend vor der libyschen Küste östlich der Hauptstadt Tripolis gesunken, wie ein Marinesprecher am Montag sagte. Nur 36 der Insassen konnten demnach gerettet werden. "Eine große Zahl von Leichen trieb im Wasser", sagte der Marinesprecher. "Uns fehlten die Mittel, um die Toten herauszuholen, vor allem, weil es Nacht wurde - wichtiger war, die Überlebenden zu retten."

Angesichts der instabilen politischen Lage im Land ist Libyen zu einer Drehscheibe des illegalen Menschenschmuggels in Richtung Europa geworden. Experten befürchten, dass die Zahl der Flüchtlinge angesichts der Krise in Libyen weiter ansteigen wird.

Nach Angaben der IOM sind seit Anfang diesen Jahres bisher rund 108.000 Flüchtlinge auf dem Seeweg nach Italien gekommen. Im Vorjahr seien es im gleichen Zeitraum 43.000 gewesen. Die Entfernung zwischen Lampedusa und der libyschen Küste beträgt knapp 300 Kilometer.

Im Mittelmeer ertrinken immer wieder Flüchtlinge, die mit wenig seetüchtigen Booten die gefährliche Überfahrt in Richtung Europa versuchen. Erst Ende August wurden in Libyen die Leichen von 170 Flüchtlingen aus einem verunglückten Schiff geborgen.

AFP/dpa

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