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Tote und Verletzte nach Gletscherbruch in den Dolomiten – „Wir wussten, dass etwas Schlimmes passiert ist“

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Gletscherbruch
So sieht es am Gletscherbruch in den Dolomiten aus. © Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico/dpa

In den Dolomiten bricht von einem Gletscher ein großes Stück ab und stürzt gen Tal. Mehrere Bergsteiger werden von den Eis-, Schnee- und Geröllmassen getroffen, mindestens fünf Menschen sterben.

Bozen – Bei einem massiven Gletscherbruch in Norditalien sind mindestens sechs Menschen getötet und acht weitere zum Teil schwer verletzt worden. Das gab die Rettungsleitstelle der Region Venetien nach dem Unglück am Sonntag bekannt. Nach weiteren Bergsteigern unter den Eis-, Schnee- und Felsmassen wurde am Nachmittag unter anderem mit fünf Helikoptern und mehreren Hundestaffeln gesucht. Über die Nationalität der Opfer war zunächst nichts bekannt.

Gletscherbruch in Italien: 18 Menschen mussten über der abgebrochenen Stelle gerettet werden

Am Bergmassiv Marmolata hatte sich ein großer Gletscherbrocken gelöst und war zu Tal gestürzt. Dabei wurde auch der normale Aufstiegsweg auf den 3343 Meter hohen Berg in Mitleidenschaft gezogen, auf dem sich gerade mehrere Seilschaften befanden; zwei davon wurden getroffen. Einen Schwerverletzten flogen die Retter in ein Krankenhaus in Treviso. Zwei weitere Verletzte kamen in das Krankenhaus Belluno, fünf nach Trient.

Die Such- und Rettungskräfte mussten äußerst vorsichtig vorgehen, weil die Gefahr bestand, dass weitere Eis- und Felsstürze folgen könnten. 18 Menschen befanden sich den Angaben zufolge oberhalb der abgebrochenen Stelle und warteten auf ihre Rettung. Wegen der Gefahr von neuen Gletscherstürzen unterbrachen die Retter am Boden am Sonntagabend vorerst die Suche nach weiteren Opfern des Unglücks. Wie die Einsatzkräfte mitteilten, wurden die Bergretter von der Flanke des Berges Marmolata abgezogen. Zunächst müsse geklärt werden, wie sicher die Lage für die Helfer sei.

Gletscherbruch in Italien: „Wir wussten, dass etwas Schlimmes passiert ist“

„Wir haben ein lautes Geräusch gehört, typisch für einen Bergsturz“, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Ansa. „Danach sahen wir eine Lawine von Schnee und Eis in hoher Geschwindigkeit in Richtung Tal stürzen und wir wussten, dass etwas Schlimmes passiert ist.“

Carlo Budel, der Hüttenwirt der Schutzhütte Capanna Punta Penia, sprach in einem Instagram-Video vom „schlimmstmöglichen Zeitpunkt und Tag, an dem sich der Brocken lösen konnte“. Kurz nach Mittag waren an dem sommerlichen Sonntag unzählige Bergsteigerinnen und Bergsteiger an dem beliebten Massiv unterwegs. Budel forderte alle Alpinisten auf, bis auf Weiteres nicht auf die Marmolata zu kommen. „Bleibt so weit wie möglich von diesem Gletscher weg“, mahnte der Hüttenwirt.

Zur Ursache des Unglücks gab es zunächst keine offiziellen Angaben - allerdings deutet alles darauf hin, dass die hohen Temperaturen der vergangenen Tage, Wochen und Monaten eine Rolle spielen dürften. Erst am Samstag wurde nach Medienberichten auf dem Gipfel des Berges ein Rekordwert von zehn Grad gemessen. „So etwas habe ich auf der Marmolata noch nie gesehen. Das war keine normale Lawine wie im Winter“, sagte ein Bergretter. Er verglich das Unglück mit einem Gebäude und sprach von einem „strukturellen Versagen“. (dpa)

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