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Die Mutter bei der Verhaftung.

Mysteriöse Fassade

Tote US-Babys: Mutter führte Doppelleben

Boston - Nach dem Fund von drei Baby-Skeletten in einem verwahrlosten Haus in den USA werden neue schreckliche Einzelheiten über die vermutlich geistig kranke Mutter bekannt.

Eine US-Mutter, in deren Haus die Polizei drei Babyleichen und vier Kinder entdeckt hat, führte offenbar jahrelang ein Doppelleben. Nach einem Bericht der Zeitung „Boston Globe“ wussten sowohl Angehörige als auch Nachbarn nur von der Existenz ihrer zwei älteren Kinder - einem Mädchen (13) und einem Jungen (10). Die jüngeren Mädchen im Alter von drei Jahren und von fünf Monaten waren stark verwahrlost. Die 31-Jährige hielt sie demnach in ihrem Haus in Blackstone im Staat Massachusetts versteckt. Die Polizei vermutet, dass sie auch die Mutter der drei toten Babys ist, die vorige Woche entdeckt wurden. Deren Todesursachen sind unbekannt.

Die Fassade, die die Frau nach außen aufgebaut hatte, begann Ende August zu bröckeln. Nachdem ein Nachbarsjunge von schreienden Kindern in dem Haus berichtet hatte, rief dessen Mutter die Polizei. Die Beamten fanden neben den älteren Kindern auch die kleinen Mädchen - weinend und bedeckt mit Exkrementen und Maden. Die Dreijährige habe schwach entwickelte Muskeln und könne nicht laufen. Das Baby war offenbar kein Licht gewohnt, zitierte der „Boston Globe“ einen Ermittler. Erst am vorigen Mittwoch kehrten Beamte in das Haus zurück und fanden eine Babyleiche, einen Tag später dann die Überreste von zwei weiteren Kindern.

Die Frau ist unter anderem wegen Verschleierung des Todes der Säuglinge angeklagt, sie plädierte auf „nicht schuldig“. Die Polizei geht davon aus, dass sie alle sieben Kinder zur Welt brachte. Am Montag soll das Haus ausgeräumt, desinfiziert und dann möglicherweise abgerissen werden.

Auf ihrer Facebook-Seite präsentierte sich die 31-Jährige als glückliche Hausfrau und liebevolle Mutter der beiden älteren Kinder. Im Gegensatz zu den jüngeren Kindern hätten diese ein weitgehend normales Leben geführt und die Schule besucht, schreibt der „Boston Globe“.

Den Ermittlern erzählte die Frau demnach, sie habe ihre Schwangerschaften durch lose Kleidung kaschiert. Ihrem Lebensgefährten soll sie gesagt haben, sie sei Babysitterin der kleineren Kinder. Selbst dieser dachte den Medienberichten zufolge bis vor wenigen Tagen, er sei lediglich Vater der beiden älteren Kinder.

Nachbarn brachten am Wochenende Blumen, Kuscheltiere und Kerzen vor das nun abgezäunte Gebäude. „Ich bin wütend darüber, was diese Eltern diesen Kindern angetan haben. Ich bin aufgerüttelt“, sagte ein Anwohner dem TV-Sender ABC laut einem Bericht vom Sonntag.

dpa

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