1. Startseite
  2. Welt

Bis zu 70 Tote bei Zugunglück in Ägypten

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

- Kairo - Bei einem schweren Zugunglück in der ägyptischen Provinz sind nach Angaben von Augenzeugen bis zu 70 Menschen ums Leben gekommen. Unfallursache war nach ersten Informationen der Polizei menschliches Versagen. Bis zum Mittag wurden nach Angaben von Gesundheitsminister Hatem al-Gabali 57 Leichen geborgen.

128 Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte er Minister. Die Rettungsarbeiten gingen nur schleppend voran.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen war vor dem Bahnhof der Stadt Kaljub, 20 Kilometer nördlich von Kairo, ein aus Mansura kommender Zug mit hoher Geschwindigkeit auf eine stehende Bahn geprallt. Beide Züge waren überfüllt und auf dem Weg vom Nildelta nach Kairo gewesen. Der vordere Zug musste mitten auf der Strecke anhalten und warten, weil im Bahnhof noch ein anderer Zug auf dem Gleis stand. Unklar war zunächst, ob ein Bahnangestellter in Kaljub vergessen hatte, dem auffahrenden Zug ein Haltesignal zu geben, oder ob der Lokführer das Signal nicht beachtet hatte. Nach Polizeiangaben ist es wahrscheinlich, dass versäumt wurde, den Lokführer zu warnen.

Bei dem Aufprall wurden vier Waggons schwer beschädigt. Die Retter mussten eingeklemmte Verletzte und Leichen teilweise mit schwerem Gerät bergen.

Folgenschwere Unglücke im Bahnverkehr sind in Ägypten keine Seltenheit. Meist sind Nachlässigkeit und menschliches Versagen die Gründe für diese Unfälle. Vor vier Jahren waren in einem Zug südlich von Kairo 361 Menschen in den Waggons verbrannt, weil die Fenster vergittert waren.

Auch interessant

Kommentare