Totenwache an Elvis' Grab - Tausende Fans trotzen der Gluthitze

New York/Memphis - Mit einer Totenwache am Grab von Elvis Presley haben tausende Fans dem einstigen "King of Rock 'n' Roll" an seinem 30. Todestag die Ehre erweisen. Unter den sanft rockenden Klängen seiner größten Hits zogen sie in der Nacht auf Donnerstag Stunde um Stunde an der letzten Ruhestätte der Musiklegende vorbei und legten Blumen, Spielzeug und Liebesbriefe nieder.

Auf dem Rasen daneben stand in großen Buchstaben mit Teelichtern der Name Elvis geschrieben.

Die Ruhestätte des "King", der in den 60er Jahren die Musik revolutionierte und für eine ganze Generation zum Inbegriff der Rebellion gegen alle bürgerlichen Konventionen wurde, liegt in einem kleinen Garten neben seiner einstigen Villa "Graceland", die heute ein Museum ist. Ungeachtet brütender Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius hatten sich etliche hundert Fans schon am Mittwochmorgen vor dem Anwesen in Memphis (US-Bundesstaat Mississippi) angestellt, um den feierlichen Kerzenzug möglichst weit vorne zu erleben.

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Eine 67-jährige Elvis-Verehrerin aus New Jersey starb auf einem Campingplatz in der Nähe von "Graceland". Die Frau wurde tot in ihrem Wohnwagen gefunden. Sie hatte einem Gerichtsmediziner zufolge chronische Gesundheitsprobleme, die aber möglicherweise erst durch die Hitze zum Tod führten. Die Hitze in den Südstaaten hat in Memphis in der vergangenen Woche bereits sechs Menschen das Leben gekostet.

Als sich der Trauerzug am Mittwoch wenige Stunden vor Mitternacht (Ortszeit) in Bewegung setzte, zeigten die Thermometer nach Angaben des Wetterdienstes noch immer 35 Grad Celsius an. Mitarbeiter eines örtlichen Krankenhauses verteilten Wasserflaschen, um die Teilnehmer der Trauerprozession vor einem Hitzschlag zu bewahren. Dennoch mussten mehrere Patienten wegen Herz-Kreislauf-Problemen behandelt werden.

Das Fremdenverkehrsbüro der Stadt rechnete für die insgesamt einwöchigen Gedenkfeiern mit bis zu 75 000 Fans. Die jährlich veranstaltete Totenwache gilt traditionell als Höhepunkt. Nur an diesem Tag dürfen die Fans die weit geschwungene Auffahrt zum Herrenhaus zu Fuß hinauf. Sonst bringen Busse die Besucher direkt zum Museum. Weitere Veranstaltungen sind ein Erinnerungskonzert mit einstigen Berufskollegen von Elvis sowie ein Wettbewerb von Imitatoren.

Elvis hatte 1954 mit "That's All Right Mama" seine Musikerkarriere begonnen. Seither sind mehr als eine Milliarde seiner Platten verkauft worden - ein Rekord. Am 16. August 1977 starb Elvis im Alter von nur 42 Jahren in seinem Badezimmer in Graceland nach massivem Medikamentenmissbrauch an Herzversagen.

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