Streit unter Flüchtlingen

Schüsse in Asylunterkunft: Ein Toter

Wolfsburg - In einer Flüchtlingsunterkunft gibt es einen heftigen Streit. Es fallen Schüsse, ein Bewohner stirbt. Es soll um Geschäfte mit Rauschgift gegangen sein.

In einer Asylbewerberunterkunft in Wolfsburg ist ein Mensch erschossen worden. Geschäfte mit Rauschgift seien der Grund für die Schießerei gewesen, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag im Landtag. Als die Polizei am Mittwoch um 20.30 Uhr alarmiert wurde, sei zunächst nur von einer Schlägerei die Rede gewesen.

Kurz darauf habe es einen zweiten Notruf gegeben, in dem über Schüsse berichtet wurde, sagte Pistorius. Polizisten hätten im ersten Stock einen von Schüssen schwer verletzten Mann gefunden. Er sei gegen 22.00 Uhr in einem Krankenhaus gestorben.

Nach den bisherigen Erkenntnissen könne eine politische Straftat ausgeschlossen werden, sagte Pistorius. Er warnte davor, „den tragischen Vorfall“ in einen Kontext mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik zu stellen. Die CDU hatte zuvor die stark gestiegenen Flüchtlingszahlen in eine Verbindung mit einer wachsenden Zahl von Vorfällen in Asylbewerberheimen gestellt.

Sie forderte mehr Unterstützung für die Kommunen und den Einsatz von Sozialarbeitern. „Ein Zusammenhang zwischen der Flüchtlingsunterbringung und der schweren Straftat ist nicht erkennbar“, sagte Pistorius.

Dank des Hinweises eines jugendlichen Bewohners der Einrichtung habe die Polizei noch am Mittwochabend drei Tatverdächtige aus Wolfsburg festnehmen können, sagte Pistorius. Einer von ihnen sei verletzt. Die Tatwaffe sei bislang noch nicht sichergestellt worden.

Anders als der Minister wollte die zuständige Polizei den Vorfall zunächst nicht kommentieren. Ein Sprecher betonte nur, beim Eintreffen der Polizei habe es „tumultartige Zustände“ in dem Heim gegeben. Insgesamt seien rund 60 Polizisten und ein Hubschrauber im Einsatz gewesen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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