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Auto fährt in Gruppe von Radfahrern auf Mallorca.

Porsche rast in Rad-Gruppe

Allgäuer Veranstalter wütet nach Mallorca-Trägodie:„Dieses schwarze Monster kam von hinten“

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Er war der erste Deutsche, der beim Ironman auf Hawaii unter die ersten Zehn kam. Das Leiden eines Triathleten, dass alles weh tun kann am Schluss – Hannes Blaschke (57) aus dem Allgäu kann viel davon erzählen.

Doch kaum jemals zuvor hat der Sportler und Veranstalter von Trainingscamps so gelitten wie seit Donnerstag. Eine Porschefahrerin (28), die unter Drogen stand, hat auf Mallorca eine Gruppe der Sportler beim Radtraining von hinten mit ihrem bulligen Cayenne umgemäht. Christoph B. (47) aus Mönchengladbach (siehe unten: Der Radsport war sein ein und alles) starb in der Nacht zu Freitag, acht weitere sind verletzt.

„Sie hatten keine Chance“, sagt Blaschke, der vor gut 30 Jahren in Immenstadt ein Sportreise-Unternehmen gründete. „Dieses schwarze Monster kam von hinten. Sie hatten keine Zehntelsekunde, um zu reagieren.“ Der Unfall passierte am Donnerstagvormittag zwischen den Orten Capdepera und Arta, als die Besten unter den 70 Teilnehmern vom Hotel in Cala Ratjada zur Königsetappe zum höchsten Berg der Insel, dem Puig Major (1445 Meter), unterwegs waren.

„Die Opfer waren unsere erfahrensten Radfahrer“

Die Strecke: 200 Kilometer lang, viele Höhenmeter. Sie waren zu zehnt, als sie gegen 10.15 Uhr das Hotel verließen. Hannes Blaschke erhielt um 10.45 Uhr einen Anruf eines der Radler mit der schrecklichen Mitteilung: „Ein Porsche hat die Kameraden gerammt.“ Der Wagen, daran gibt es keine Zweifel, war laut Zeugenaussagen mitten in die Gruppe gerast. Die Sportler seien regelrecht durch die Luft gewirbelt worden. Bremsspuren sollen nicht erkennbar gewesen sein. 

Blaschke sagt: „Die Opfer waren unsere erfahrensten Radfahrer. Sie wissen genau, wie sie sich im mallorquinischen Straßenverkehr verhalten müssen.“ Sieben Ambulanzen kümmerten sich um die Verletzten, Die Mallorca-Sportreisen des Allgäuer Unternehmens gibt es seit über 20 Jahren. Teilnehmer sind engagierte Triathleten, keine Profis, die sich gerne im Wettkampf messen. Beim Training stehen ihnen erfahrene Coaches zur Seite. Bevor die ersten Runden geradelt werden, absolviert der Veranstalter auch ein Fahrsicherheitstraining mit den Teilnehmern, die aus ganz Deutschland kommen. 

Auto fährt in Gruppe von Radfahrern auf Mallorca.

„Wir nehmen die Sicherheit sehr ernst.“ Doch dass da jemand von hinten daherbraust, davor kann sich niemand schützen. Die blonde Unfallfahrerin (28) – spanische Medien berichten davon, dass sie die Inhaberin einer Reinigungsfirma ist – war positiv auf Drogen getestet worden. Bremste sie deswegen nicht? Heute fliegen die Sportler zurück. Blaschke berichtet, dass nach dem Unfall einige geschockt abgereist sind. „Die anderen wollten bleiben, um sich gegenseitig zu stützen. Jeder verarbeitet so etwas Schreckliches ja anders.“ 

Der Radsport war sein Ein und Alles

„Wenn du aufgibst, wirst du nie erfahren, ob es sich noch gelohnt hätte.“ Das war das Motto von Christoph B. aus Mönchengladbach, wenn es um seine Leidenschaft ging – den Radsport. Der 47-Jährige, der bei dem schrecklichen Unfall auf Mallorca sein Leben verlor, nahm Jahr um Jahr an zahlreichen Radrennen teil, strampelte allein 2017 insgesamt 37 000 (!) Kilometer ab. 

Hauptberuflich war er Steuerberater und unterhielt in Mönchengladbach eine Kanzlei mit zehn Mitarbeitern. B. hinterlässt seine Frau und zwei Kinder. Der Gladbacher Radsportverein Möwe, bei dem B. aktiv war, trauert um den Toten im Internet: „Wir sind fassungslos und in Gedanken bei seiner Familie.“

Markus Christandl

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