Transplantation: Leber falsch weitergegeben

Hamburg - Bei einer Lebertransplantation wurde eine Organhälfte nicht wie angedacht an die Stiftung Eurotransplant weitergegeben. Jetzt wollen die Verantwortlichen die Situation aufklären.

Im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg hat es einen Verstoß gegen die Organspenderegeln gegeben. Dabei geht es um eine Leber, die von den Medizinern geteilt wurde, um sie zwei Patienten einpflanzen zu können. Der Fall liegt bereits mehrere Jahre zurück, war aber jetzt durch einen Bericht der “taz“ (Mittwochsausgabe) bekannt geworden. Das UKE spricht von einer Kommunikationspanne. Der Fall steht nicht im Zusammenhang mit dem Organspende-Skandal an den Universitätskliniken Regensburg und Göttingen.

Bei Lebertransplantationen ist es üblich das Organ zu teilen, wofür es unterschiedliche Verfahren gibt. In dem Fall von 2009 wurde ein Teilstück einem Patienten eingepflanzt, die andere Hälfte hätte an die Stiftung Eurotransplant gegeben werden müssen, um dann zentral über die Warteliste vermittelt zu werden. Doch die UKE-Ärzte pflanzten auch das zweite Teilstück einem Patienten ihrer Klinik ein.

Das UKE sprach am Mittwoch von einem reinen Kommunikationsfehler. Der Arzt damals habe aus der Situation heraus richtig entschieden, die Teilung einer Leber anders zu vollziehen als zunächst geplant. Diese Information sei Eurotransplant mitgeteilt worden, aber durch Missverständnisse bei dem Telefongespräch dort nicht richtig angekommen. Deshalb habe Eurotransplant die Zustimmung gegeben, auch den zweite Teil der Leber im UKE zu belassen. Das habe die Aufarbeitung der Telefonmitschnitte von Eurotransplant ergeben, sagte UKE-Sprecherin Christine Jähn der Nachrichtenagentur dpa. Inzwischen habe es als Konsequenz Änderungen im Kommunikationsverfahren gegeben.

Die Universitätskliniken Regensburg und Göttingen werden derzeit von einem Organspende-Skandal erschüttert. Ein Oberarzt steht im Verdacht, zuerst in Regensburg und später in Göttingen Krankenakten gefälscht zu haben. Dabei soll er die Krankheit auf dem Papier verschlimmert haben, damit den Patienten schneller eine neue Leber implantiert wurde. Der Anwalt des Hauptbeschuldigten wies alle Vorwürfe zurück.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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