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Sarah Murnaghan (l.) mit ihrer Adoptivschwester Ella.

Transplantations-Drama

Behörden verweigern Kind Spenderorgan

New York - Es sind Bilder aus dem Kinderkrankenhaus von Philadelphia, die seit Tagen in der amerikanischen Bevölkerung für Erschütterung sorgen und eine heftige Debatte ausgelöst haben.

Die Aufnahmen zeigen die zehnjährige Sarah Murnaghan, in ihrem Krankenbett an ein Beatmungsgerät angeschlossen und immer schwächer werdend. Zwei bis drei Wochen noch werde sie leben, schätzen die behandelnden Ärzte nach Angabe ihrer Eltern. Das Mädchen leidet an zystischer Fibrose, einer angeborenen schweren und so gut wie immer tödlich endenden Lungenkrankheit.

Retten könnte das Mädchen die Spenderlunge eines Erwachsenen, in den USA stehen rund 1200 solcher Organe jährlich zur Verfügung. Von Kindern gibt es hingegen nur etwa 20 Spenderlungen pro Jahr, und die Aussichten, rechtzeitig eine solche Lunge zu erhalten, sind extrem schlecht. Sarah könnte nun zum Verhängnis werden, dass die Transplantationsvorschriften eine Passage enthalten, die heute von Kritikern und den Eltern der Sterbenden als ungerecht und unzeitgemäß bezeichnet wird: Erst vom Alter von 12 Jahren an können Heranwachsende auf die Warteliste für Erwachsene kommen. Bisher würde Sarah nur dann eine gesunde Lunge erhalten, nachdem diese allen anderen Volljährigen auf der Liste angeboten wurde.

Das Drama um Sarah hat mittlerweile auch die obersten Regierungsstellen in Washington erreicht. Sie könne mit einem Federstrich eine Ausnahme veranlassen, fordern die Eltern und die Unterzeichner einer Internet-Petition von Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius. Diese spricht von einer „schwierigen Entscheidung“ und räumt die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung ein, will aber derzeit nicht selbst aktiv werden. Der Abgeordnete Tom Price, der sich für Sarah starkmacht, betont jedoch, eine Veränderung der bestehenden Transplantationsregeln brauche Zeit – auch wegen der damit verbundenen öffentlichen Anhörung.

Diese Zeit habe Sarah aber nicht. „Wir appellieren an sie“, so der Parlamentarier, „uns läuft die Zeit weg.“ Sein Kollege Lou Barletta aus Pennsylvania fordert ebenfalls eine schnelle Intervention der Regierung: „Wir können doch nicht eine Zehnjährige sterben lassen, nur weil sie noch nicht 12 ist. Die Regeln, die wir alle für falsch halten, müssen aufgehoben werden."

Friedemann Diederichs

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