UN muss 2019 zustimmen

Transsexualität soll keine psychische Erkrankung mehr sein - Videospielsucht schon

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will Transsexualität von der Liste psychischer Erkrankungen streichen. Videospielsucht soll dagegen aufgenommen werden.

Genf - "Wir glauben, dass dadurch das Stigmatisierung sinkt und die soziale Akzeptanz dieser Menschen steigen könnte", sagte Lale Say, die WHO-Koordinatorin für reproduktive Gesundheit, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Am Montag hatte die UN-Organisation ihren überarbeiteten Krankheiten-Katalog mit 55.000 Erkrankungen, Verletzungen und Todesursachen vorgelegt.

Darin listete die WHO Transsexualität nicht mehr unter "psychischen, Verhaltens- und Entwicklungsstörungen" auf, sondern in einem neuen Kapitel zur sexuellen Gesundheit. Sie definiert "Geschlechts-Inkongruenz" als "deutliche und anhaltende mangelnde Übereinstimmung zwischen dem erlebten und dem zugewiesenen Geschlecht".

Dem neuen Katalog müssen die UN-Mitgliedstaaten noch zustimmen. Er soll ihnen im Mai 2019 vorgelegt werden und könnte am 1. Januar 2022 in Kraft treten. Say rechnet mit einer Zustimmung der Länder, obwohl Transsexuelle weltweit diskriminiert werden.

Die WHO-Vertreterin sagte außerdem, die Streichung von der Liste psychischer Erkrankungen könne Betroffenen den Zugang zur Gesundheitsfürsorge erleichtern. Ärzte und Krankenversicherungen nutzten den Katalog schließlich auch, sagte sie.

In der jüngsten Überarbeitung des WHO-Katalogs wird außerdem die Videospielsucht als Krankheit anerkannt. Erstmals erweiterte die WHO ihren Katalog außerdem um ein Kapitel zu traditioneller Medizin, die Millionen Menschen weltweit anwenden. Zuletzt war der Katalog in den 90er Jahren überarbeitet worden.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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