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Der Sarg des getöteten Mitarbeiters des Finanzamts Rendsburg wird aus der Kirche St. Martin getragen.

Ministerpräsident Albig: "Er war einer von uns"

Bewegende Trauerfeier für getöteten Finanzbeamten

Nortorf - Bei einer bewegenden Trauerfeier für den erschossenen Rendsburger Finanzbeamten hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) dessen Einsatz für die Werte des Staates gewürdigt.

„Er war einer von uns“, sagte Albig am Freitag in einer Kirche in Nortorf vor mehr als 600 Trauergästen, darunter auch der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler. Der Beamte habe für die Werte der Gesellschaft eingestanden und Gerechtigkeit gewollt.

Vor dem Eingang der neugotischen Backsteinkirche aus dem 19. Jahrhundert waren ein Kranz und ein Blumengesteck aufgestellt. „Danke für Deine Freundschaft“, stand auf einer Schleife. Im Eingangsbereich lagen Kondolenzbücher aus, in die sich die Trauergäste - darunter Angehörige, Freunde und viele der 200 Rendsburger Kollegen - eintrugen.

Ein als notorischer Querulant bekannter Steuerberater sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er soll den 57-Jährigen Finanzbeamten aus Groß Vollstedt am 1. September in seinem Dienstzimmer in Rendsburg niedergeschossen haben, weil er das Finanzamt für seine finanzielle Misere verantwortlich machte.

„Verkehrte Welt, ungerechte Welt“, sagte Albig mit fast versagender

"Er war einer von uns", sagte Ministerpräsident Albig in seiner Rede.

Stimme über das Verbrechen. „Sein Land verneigt sich in tiefer Trauer und Dankbarkeit - er bleibt unvergessen.“ Albig bekannte vor der Witwe, „so gern würde ich Trost spenden, aber mein Blick ist noch zu düster“. Albig warnte davor, Hass ins eigene Herz zu lassen.

Das Leben des Opfers zeichnete die Pastorin nach, eines Mannes, der gründlich und besonnen, akribisch und genau gewesen sei.

Eigenthaler betonte, für den kompetenten Steuerfachmann sei Gerechtigkeit kein Lippenbekenntnis gewesen. Der Beruf des Finanzbeamten löse in der Gesellschaft immer wieder „Wut und Aggression“ aus, „aber Freiwild wollen wir nicht sein“, sagte Eigenthaler. „Es hätte jeden von uns treffen können.“

Die Kollekte des Trauergottesdienstes geht an den Weißen Ring, der Verbrechensopfer unterstützt. Am Nachmittag sollte der Leichnam im engsten Familienkreis beigesetzt werden.

dpa

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