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Mehr als 1000 Menschen gedachten in der Epiphaniaskirchen in Hannover der gefallenen Soldaten in Afghanistan.

Trauerfeier in Hannover: "Schwere Stunde des Abschieds"

Hannover - Angehörige, Freunde, Soldaten und Politiker haben in Hannover Abschied von drei in Afghanistan getöteten Soldaten genommen. Knapp 1000 Menschen waren in der Kirche zugegen

Der katholische Militärdekan Hartmut Gremler sprach in seinen Eröffnungsworten in der Evangelischen Epiphaniaskirche von einer “schweren Stunde des Abschieds“.

“Wir sind in diesen Tagen mehrfach erschüttert worden“, sagte Gremler am Freitag mit Blick auf die drei Anschläge mit tödlichem Ausgang innerhalb von neun Tagen. “Wir stehen hilflos da und können nichts als trauern und klagen.“

Was dürfen deutsche Soldaten in Afghanistan?

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Es sei jedoch wichtig, sich daran zu erinnern, dass Gott die Menschen nicht verlasse, sagte Gremler: “Der Mensch ist zum Leben und nicht zum Tod berufen“.

Der evangelische Militärdekan Armin Wenzel sprach von einer Zeit der Erschütterung, Verzweiflung und tiefen Betroffenheit. Die drei Soldaten seien “aus der Mitte des Lebens herausgerissen worden durch hinterlistige Anschläge“. Es sei fraglich, “ob sich die Trauer, der Schmerz und der Zorn dieser Tage sich überhaupt in Worte fassen lassen.

Die Bänke der Kirche waren voll besetzt, insgesamt waren etwa 1.000 Menschen zu der Feier erwartet worden. Auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Generalinspekteur Volker Wieker saßen unter den Trauernden. An den Särgen der Gefallenen waren große Schwarz-Weiß-Porträts der Toten aufgestellt.

Gefallene aus Hessen und Rheinland-Pfalz

Gedacht wurde eines am Mittwoch vergangener Woche gefallenen 33-jährigen Hauptmanns der Division Spezielle Operationen aus dem hessischen Stadtallendorf, der bei einer Patrouille in der Nähe von Kundus von einem Sprengsatz getötet wurde. Bei den beiden anderen Gefallenen handelt es sich um einen 31-jährigen Hauptfeldwebel des Feldjägerbataillons 152 aus Hannover sowie einen 43-jährigen Major, der dem Führungsunterstützungsbataillon 282 aus der rheinland-pfälzischen Kaserne in Kastellaun angehörte. Sie waren bei einem Attentat am Sitz des Gouverneurs der nordafghanischen Provinz Tachar getötet worden.

Bei dem Anschlag am Samstag, zu dem sich die Taliban bekannten, wurden weitere sechs Bundeswehrsoldaten verletzt, darunter Generalmajor Markus Kneip, der Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF in Nordafghanistan. Er hatte den Wunsch geäußert, an der Trauerfeier teilzunehmen. Kurz vor Beginn der Feierlichkeiten wurde jedoch mitgeteilt, dass Kneip nicht anwesend sei.

De Maiziére: "Vertrauen darf nicht weggesprengt werden"

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) warnte eindringlich davor, vor der Gewalt der Taliban in Afghanistan zurückzuweichen: “Terroristen dürfen nie das letzte Wort haben“  Das Ziel der Aufständischen sei, Vertrauen zwischen der internationalen Schutztruppe und den afghanischen Sicherheitskräften zu zerstören. “Vertrauen kann und darf nicht erfolgreich weggesprengt werden.“

De Maizière betonte, dass Zweifel am Afghanistan-Einsatz zwar notwendig seien. Sie müssten aber überwunden werden, wenn man vom Ziel insgesamt überzeugt sei. “Und das sind wir“, sagte der Verteidigungsminister.

dapd / dpa

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