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Ein Foto des Verlegers Alfred Neven DuMont steht im Kölner Rathaus neben dem Kondolenzbuch.

 Im Kölner Dom

Trauerfeier für Verleger Alfred Neven DuMont

Köln - Mit einer Trauerfeier im Kölner Dom haben Politiker, Publizisten und Bürger Abschied von Verleger Alfred Neven DuMont genommen.

Weggefährten erinnerten am Dienstag an sein Eintreten für Journalismus und Pressefreiheit, aber auch an sein Engagement für Slum-Bewohner in Indien und Kenia. „Er eröffnete Wege, weil er sich für großartige Visionen begeistern und in die Pflicht nehmen ließ“, sagte der Chef des katholischen Hilfswerks Misereor, Pirmin Spiegel, in der Predigt. Im Altarraum stand ein großes Bild des Verlegers, umringt von weißen Blumen.

Der Herausgeber und langjährige Aufsichtsratsvorsitzende der Mediengruppe M. DuMont Schauberg („Kölner Stadt-Anzeiger“, „Express“, „Berliner Zeitung“) war am 30. Mai im Alter von 88 Jahren gestorben.

Neven DuMont sei ein Verleger gewesen, der sich von jeder gut recherchierten Geschichte habe überzeugen lassen, sagte Hans Werner Kilz, Aufsichtsrat der Mediengruppe M. DuMont Schauberg und ehemaliger Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“. „Solche Verleger, bei denen sich Journalisten behaglich und aufgehoben fühlen, gibt es kaum mehr.“

Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters würdigte Neven DuMont als „Stimme, die so vieles und viele bewegt hat“. „Er war ein geschätzter Wegbegleiter, aber auch unbestechlicher Kommentator und Kritiker.“ Als Journalist habe er sich mit Themen der internationalen Politik genauso auseinandergesetzt wie mit der Kölner Lokalpolitik. „In seinen rhetorisch geschliffenen, pointierten Kommentaren war er Aufklärer, Mahnender und Fordernder.“

Neven DuMont war Verleger in elfter Generation und galt als eine der letzten großen Verlegerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit in Deutschland. Die Mediengruppe M. DuMont Schauberg werde seinen Kurs fortführen, hatte die Familie am Tag zuvor den Mitarbeitern versichert. Die Anteile von Alfred Neven DuMont am Verlag gingen auf seine Tochter Isabella und seine Frau Hedwig über, bestätigte ein Sprecher der Mediengruppe.

Köln, die Stadt, der Neven DuMont sein Leben lang so eng verbunden war, werde ihm ein Andenken bewahren, versprach der Oberbürgermeister. Und so erklang zum Auszug aus dem Kölner Dom nicht nur geistliche Orgelmusik, sondern auch das Lied „Heimweh nach Köln“.

dpa

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