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Trauergäste nehmen am Samstag (05.02.2011) an der offiziellen Trauerfeier für die Opfer des Bahnglücks von Hordorf im Dom in Halberstadt (Landkreis Harz) teil.

Zugunglück: 1000 Trauergäste gedenken der Opfer

Halberstadt - Im Dom zu Halberstadt haben am Samstag rund 1000 Menschen in einer bewegenden Trauerfeier Abschied von den Opfern des Zugunglücks in der Magdeburger Börde genommen.

Für jeden der zehn Toten wurde eine große Kerze entzündet und auf einem Holzkreuz aufgestellt. Unter den Trauergästen waren Angehörige und Freunde der Opfer sowie zahlreiche Landespolitiker, unter anderem fast alle Mitglieder des Kabinetts. Aber auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sowie der Chef der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube nahmen an dem Gottesdienst teil.

“Mitten im Leben reißt uns das Erschrecken aus dem Alltag heraus“, sagte die Superintendentin des Kirchenkreises Halberstadt, Angelika Zädow. In die Fürbitten, die von Bischof Gerhard Feige und Einsatzkräften von Bundespolizei und Feuerwehr gehalten wurden, wurde auch der Lokführer des Güterzugs eingeschlossen, gegen den die Staatsanwaltschaft Magdeburg ein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat.

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Bahnunglück mit zehn Toten: Lokführer schweigt

Bericht: Güterzug überfuhr Haltesignale

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lokführer

Auch Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) sprach den Angehörigen im Halberstädter Dom sein Beileid aus: “Wir wünschen Ihnen die Kraft, das Geschehene zu verarbeiten und selbst wieder den Weg ins Leben zurück zu finden.“ Böhmer erinnerte auch an das Leid der Verletzten. Selbst wenn die körperlichen Verletzungen wieder heilten, so blieben doch die seelischen Verletzungen. “Seelisch Verwundete leiden still, aber auch sie leiden und brauchen Hilfe. Auch an sie denken wir in dieser Stunde.“

Bilder: Halberstadt gedenkt der Opfer des Zugunglücks

Bilder: Halberstadt gedenkt der Opfer des Zugunglücks

Böhmer dankte zugleich den Rettungs- und Einsatzkräften für ihre schnelle und professionelle Hilfe sowie den Einwohnern von Hordorf, die als erste am Unglücksort waren. Es habe im Ort eine große Welle der Hilfsbereitschaft gegeben, die beeindruckend gewesen sei, betonte der Ministerpräsident. Der Einsatz sei für alle nicht nur eine körperliche, auch eine große psychische Belastung gewesen. Böhmer sagte auch, es gebe immer wieder die Frage nach dem Warum und die Suche nach rationalen, erklärbaren Ursachen. Dies müsse aber den Fachleuten überlassen werden. Er warnte vor pauschalen Schuldzuweisungen.

Die Frage nach dem Warum

Landesbischöfin Junkermann sagte: “Wie viele mag eine Anklage bewegen, wer schuld ist, was hätte verhindert werden können, wenn doch nur rechtzeitig die richtige Technik eingebaut worden wäre, wenn doch nur der Lokführer aufmerksamer gewesen wäre.“ Keiner sei vor einer falschen Entscheidung gefeit. Dieses Unglück erinnere daran, dass Menschen fehlbar seien. Keiner sei vor Versagen und Schuldigwerden gefeit. Der Hergang ließe sich erklären, sagte Junkermann, aber: “Offen und ohne Antwort bleibt die Frage nach dem Warum.“ Junkermann rief zu Gottvertrauen auf. “Er, und nicht der Tod, wird das letzte Wort über uns haben und für uns.“ Kein Leben gehe bei ihm verloren, betonte sie.

Frontalzusammenstoß: Schweres Zugunglück in Sachsen-Anhalt

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Bei dem Zugunfall bei Hordorf in der Nähe von Oschersleben waren am vergangenen Wochenende zehn Menschen getötet und 43 weitere verletzt worden. Bei den Toten handelt es sich um vier Mädchen und Frauen im Alter von 12 bis 61 Jahren und sechs Männer im Alter von 33 bis 74 Jahren. Neun Opfer stammten aus dem Landkreis Harz, ein Opfer aus Mecklenburg-Vorpommern.

dapd/dpa

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