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Traurige Gewissheit: Michelle (8) ermordet

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Leipzig - Seit Montag war die achtjährige Michelle verschwunden. Nach vier Tagen fieberhafter Suche fand die Polizei ihre Leiche in einem Teich des Stadtparks von Leipzig-Stötteritz.

Am Abend wurde aus der Befürchtung traurige Gewissheit: Die achtjährige Michelle aus Leipzig ist ermordet worden. Das habe die Obduktion der Leiche ergeben, die am Mittag in einem Teich gefunden wurde, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hans Strobl am Donnerstagabend. "Die Staatsanwaltschaft geht von einer Gewaltstraftat aus." Nach menschlichen Ermessen handele es sich bei der Leiche um Michelle. "Es geht jetzt darum, den Täter dingfest zu machen und zur Verantwortung zu ziehen."

Landespolizeipräsident Bernd Merbitz bat um Verständnis, dass die Polizei nicht alle Details bekanntgeben könne, weil das die Suche nach dem Täter erschweren würde. Das betreffe die Todesart, den Todeszeitpunkt und die Frage, ob das Mädchen sexuell missbraucht oder vergewaltigt wurde. Strobl sagte: "Wir möchten kein Täterwissen bekanntgeben, so lange er frei herumläuft."

Die Eltern haben das Kind nach Angaben der Polizei bisher noch nicht identifiziert. Ob sie das tun werden, sei ganz allein ihre Entscheidung, so Stobl.

Michelle war am Montagnachmittag auf dem Heimweg nach der Ferienbetreuung in ihrer Schule verschwunden - nur wenige Gehminuten von ihrem Zuhause im Ostteil Leipzigs entfernt. Seither hatte die Polizei mit einem Großaufgebot nach ihr gesucht.

Ein Bürger war es schließlich, der den leblosen Körper gegen 12.45 Uhr in einem Teich im Stötteritzer Wäldchen, einem innerstädtischen Park mit Abenteuerspielplatz, entdeckte - unweit der Gegend in der die Polizei tagelang nach dem rotblonden Mädchen gesucht hatte. Sylvia G., Anwohnerin und Mutter von drei Kindern, sagte: "Mir geht es ganz schlecht. Ich trauere mit den Eltern. Das ist furchtbar." Claudia M. wollte mit ihrem Sohn eigentlich auf den Spielplatz gehen. "Es tut so weh. Es ist immer schlimm, wenn so etwas passiert, aber wenn es in der Nähe geschieht, ist es schrecklich." Es sei merkwürdig, dass niemand etwas bemerkt habe, schließlich sei der Park belebt.

Michelle war am Montag nicht von der Ferienbetreuung nach Hause zurückgekehrt. Die Schule ist nur 800 Meter von der Wohnung ihrer Eltern entfernt. Der Fundort im Stötteritzer Wäldchen ist laut Polizei etwa drei Kilometer von der Schule entfernt, für ein Kind rund 20 Gehminuten.

Nach dem Mädchen war zuletzt mit einem intensiven Polizeiaufgebot gesucht worden. Polizisten aus ganz Sachsen hatten sich an der Suche beteiligt. Aus der Bevölkerung hatte es zahlreiche Hinweise gegeben. So will ein Mitschüler Michelle vor ihrem Verschwinden am Montag mit einem Fremden auf einer Parkbank gesehen haben. Die Polizei überprüfte auch einschlägig vorbestrafte Triebtäter. Michelle war mit einem anderen Mädchen aus der Schule noch ein kleines Stück gemeinsamen Wegs gegangen, bevor sich die Kinder trennten.

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