+
Ein Helfer hält ein Schweinswalbaby, das am 01.07.2011 an den Ostseestrand von Dierhagen gespült wurde, in den Händen.

Trauriger Tod für Schweinswalbaby "Mimi"

Stralsund - Walbaby "Mimi" hatte in ihrem kurzen Leben einfach kein Glück: Anfang Juli wurde das Säugetier von einer Baggerschaufel verletzt. Jetzt ist "Mimi" tot. Und wieder hatte ein Mensch die Hände im Spiel.

Das Anfang Juli mit Hilfe einer Baggerschaufel bei Rostock gerettete Schweinswalbaby “Mimi“ ist tot. Ein Fischer habe das Junge in seinem Netz vor Warnemünde gefunden, teilte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Harald Benke, am Samstag mit. Bei dem Tier handele es sich mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit um das Weibchen, das Anfang Juli am Ostseestrand von Dierhagen in Mecklenburg-Vorpommern gerettet wurde.

Weil damals hoher Wellengang herrschte, hatten die Retter das Tier zunächst nicht ins Meer zurückbringen können. Mitarbeiter des Bauhofs Dierhagen hatten es in eine mit Meerwasser gefüllte Baggerschaufel gesetzt, in der es zwei Tage überlebte.

Die Retter gaben ihm den Namen “Mimi“ und setzten es schließlich einen Kilometer vor der Küste wieder aus. Sie räumten dem damals höchsten wenige Tage alten Kalb - am Bauch hing noch ein Stückchen Nabelschnur - aber nur eine ganz geringe Überlebenschance ein.

Es sei eine Sensation, dass das Walbaby noch drei Monate überlebt habe, sagte Benke. Denn das bedeute, dass es die Mutter oder diese das Junge wiedergefunden habe. Ohne Muttermilch wäre das Walbaby schon nach ein bis zwei Wochen verhungert. “Die Wahrscheinlichkeit, die Mutter wiederzufinden, lag nur bei zehn Prozent.“

Dem Fischer macht Benke keinen Vorwurf. Der Museumsdirektor fordert aber eine andere Art der Fischerei, um die streng geschützten Tiere zu retten. “Wir müssen dringend was tun, um die Netze zu verändern.“ Sie könnten mit Bariumsulfat für Schweinswale besser erkennbar gemacht werden. Das Salz reflektiere die Signale der Echolotortung der Wale besser. Außerdem könnten Signalgeber, sogenannte Pinger, an den Netzen angebracht werden. Noch besser sei es, die Grundstellnetze durch Fischfallen zu ersetzen. Robben und Schweinswale würden nicht in diese Fallen gehen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Holland: Rockkonzert wegen Terrorwarnung abgesagt
Knapp tausend Menschen hätten am Mittwochabend in Rotterdam die Indie-Band Allah-Las sehen sollen. Eine Terrorwarnung verhinderte das Konzert - die Polizei setzte …
Holland: Rockkonzert wegen Terrorwarnung abgesagt
Vorwürfe gegen Bahn nach Tunneleinbruch
Der Einbruch eines Tunnels in Rastatt wird für die Bahn immer mehr zur Belastung: Ein Experte kritisiert das Vorgehen des Unternehmens, andere fürchten einen …
Vorwürfe gegen Bahn nach Tunneleinbruch
Lotto am Mittwoch vom 23.08.2017: Das sind die Lottozahlen aus der aktuellen Ziehung
Lotto vom 23.08.2017: Hier erfahren Sie, welche Gewinnzahlen am Mittwoch gezogen worden sind. Im Jackpot sind fünf Millionen Euro.
Lotto am Mittwoch vom 23.08.2017: Das sind die Lottozahlen aus der aktuellen Ziehung
Geblitzt: Autofahrer knutscht bei 139 km/h
Da flogen nicht nur die Funken, es blitzte sogar direkt: Auf einer deutschen Autobahn hat sich ein Pärchen beim Knutschen erwischen lassen - bei 139 km/h. Zum Dank gab‘s …
Geblitzt: Autofahrer knutscht bei 139 km/h

Kommentare