Video zeigt Festnahme

Trier: „Er spricht mit uns!“ Staatsanwaltschaft nennt erste Erkenntnisse zum Täter - Haftbefehl folgt

  • Fabian Müller
    vonFabian Müller
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In Trier hat ein Auto mehrere Menschen erfasst. Die Polizei bestätigte fünf Tote und mindestens zehn Verletzte. Die Polizei nennt neue Details zum Täter und den Ermittlungen.

  • In Trier ist ein Autofahrer durch die Fußgängerzone gefahren.
  • Laut Polizei soll es mindestens fünf Tote geben, zahlreiche weitere Personen wurden verletzt.
  • Der Täter wurde mittlerweile festgenommen und verhört. Er machte bei der Polizei Angaben zur Tat (siehe Update vom 2. Dezember, 9.16 Uhr).
  • Erste Details zum Leben des Beschuldigten werden bekannt (siehe Update vom 2. Dezember, 10.01 Uhr).

Update vom 2. Dezember, 13.46 Uhr: Der Beschuldigte der Amokfahrt von Trier wurde am Mittag einem Haftrichter vorgeführt. Die Polizei hat nun Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Dies entschied der Haftrichter am Mittwoch, wie ein Sprecher der Polizei in der rheinland-pfälzischen Stadt sagte. Unklar blieb zunächst, ob der Mann bei der Vorführung vor dem Richter auch Angaben zu seinem Motiv machte.

Im Lauf des Mittwochs sollten weitere Einzelheiten von Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt werden. Im Raum hatte auch gestanden, ob der von der Staatsanwaltschaft als psychisch auffällig beschriebene mutmaßliche Todesfahrer in die Psychiatrie statt in Untersuchungshaft kommt.

Update vom 2. Dezember, 9.53 Uhr: Nach der Amokfahrt in Trier werden nun mehr Details zum Beschuldigten bekannt. Der 51-Jährige soll laut Bild-Informationen selbst in Trier geboren und aufgewachsen sein. Als Erwachsener soll er eine Ausbildung zum Elektriker gemacht und später als Siebdrucker gearbeitet haben. Allerdings war er zuletzt wohl eine Weile arbeitslos.

Immer wieder soll er auch wegen Alkoholmissbrauchs und Konflikten mit der Polizei negativ aufgefallen sein. Auf seinem Facebook-Account beleidigte er wohl Beamte und machte auch frauenfeindliche Äußerungen, so Bild weiter. Das Tat-Auto hat sich der dringend Tatverdächtige mutmaßlich von einem Bekannten geliehen. Zuletzt habe er angeblich sogar in dem Fahrzeug gewohnt.

Nach Amokfahrt von Trier: Polizei mit neuen Details: „Er spricht mit uns“

Update vom 2. Dezember, 9.09 Uhr: Nach der Amokfahrt in der Trierer Innenstadt mit fünf Toten hat der dringend Tatverdächtige laut Polizei ausgesagt. „Er spricht mit uns“, teilte ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen mit. Zu den Inhalten der Aussage könnten aber keine Angaben gemacht werden. Der 51-Jährige soll am Vormittag einem Haftrichter vorgeführt werden. Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung des Mannes. Die Justizbehörde muss daher noch entscheiden, ob sie Untersuchungshaft beantragt oder die Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung.

Ein eigens eingerichtetes Hinweistelefon sei mittlerweile wieder abgeschaltet worden, Zeugen könnten sich aber unter einer anderen Nummer bei der Polizei melden. Zudem bat die Polizei die Menschen, Fotos und Videos nicht in den Sozialen Medien zu teilen sondern in einem dafür eingerichteten Hinweisportal hochzuladen.

Amokfahrt in Trier: Mann fährt mit seinem Auto in Menschen - es gibt fünf Tote

Erstmeldung vom 1. Dezember: Trier - Ein Autofahrer ist am Dienstagnachmittag in die Trierer Fußgängerzone gefahren. Laut Polizei gab es mindestens fünf Tote und mehrere Verletzte. Unter den Todesopfern befindet sich auch ein Kleinkind. Die Hintergründe sind noch unklar, der Bürgermeister Wolfram Leibe sprach von einer Amokfahrt. Laut Polizei wurde das Auto sichergestellt, der Fahrer festgenommen. Dabei handelt es sich um einen 51-jährigen Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg.

Das Auto soll verschiedenen Berichten zufolge aus Richtung Konstantinbasilika über den Hauptmarkt durch die Fußgängerzone in Richtung Porta Nigra gefahren sein. Die Strecke soll mindestens 600 Meter betragen haben. Zum Motiv des Fahrers gibt es bisher nur Spekulationen. Der leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen gab am Dienstagnachmittag auf einer Pressekonferenz Auskunft: Die Staatsanwaltschaft ermittle nun wegen dringenden Tatverdachts in vier Fällen, der Tatbestand des Mordes sei erfüllt, da er „heimtückisch handelte und das Fahrzeug als Waffe benutzte“.

Amokfahrt in Trier: Täter war stark alkoholisiert - Anzeichen auf „psychiatrisches Krankheitsbild“

Der 51-Jährige ist laut der Trierer Staatsanwaltschaft nicht vorbestraft. Der Beschuldigte werde auch am Dienstagabend noch vernommen. Anhaltspunkte, dass die Tat terroristisch, politisch oder religiös motiviert ist, gebe es nicht, so Fritzen. Es gebe aber Anzeichen, dass es ein „psychiatrisches Krankheitsbild gibt“. Der Beschuldigte wurde von einem Arzt des Gesundheitsamtes begutachtet. Ein abschließendes Gutachten sei das aber noch nicht, betonte der Oberstaatsanwalt.

Der Beschuldigte war während der Tat alkoholisiert, er „habe nicht unerhebliche Mengen Alkohol genossen“. Im Atem maßen die Beamten einen Pegel von 1,4 Promille, die Messung im Blut stehe noch aus. Morgen soll der 51-Jährige dem Ermittlungsrichter in Trier vorgeführt werden. Es ist laut Fritzen noch nicht klar, ob dabei ein Haftbefehl erlassen oder die Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung erfolgen wird.

Die Polizei gab am Laufe des Nachmittags bekannt, dass die Gefahr für die Bevölkerung gebannt ist. Unbeteiligte sollen allerdings weiterhin die Innenstadt meiden. Die Fußgängerzone ist derzeit gesperrt.

Trier: Video soll Festnahme zeigen - Einsatzkräfte drücken mutmaßlichen Täter zu Boden

Auf Twitter kursierte kurz nach der Tat ein Video, das mutmaßlich die Festnahme des Fahrers zeigen soll. Bestätigt von offizieller Seite wurde das allerdings noch nicht. Zu sehen ist darin, wie mehrere bewaffnete Beamte einen Mann am Boden fixieren. Weitere Einsatzkräfte umstellen einen silbergrauen SUV, der offenbar seitlich angefahren worden ist. Laut Ermittler soll sich der Fahrer bei der Festnahme gewehrt haben.

Amokfahrt in Trier: Genaues Ausmaß weiterhin unklar - Bürgermeister zeigt sich geschockt

Das genaue Ausmaß und die Zahl der Opfer ist nach Polizeiangaben weiter unklar. „Es gibt mehrere Tote und eine ganze Reihe Schwer- und Schwerstverletzter“, sagte der Sprecher des Präsidiums Trier, Karl-Peter Jochem, am Dienstag.

Wolfram Leibe, der Trierer Bürgermeister, zeigte sich nach der Tat geschockt. „Wir sehen solche Bilder im Fernsehen ganz oft und denken, das kann bei uns nicht passieren“, sagte er am Dienstag. „Jetzt ist es auch in Trier passiert.“ Rettungskräfte aus der ganzen Region seien im Einsatz. „Alle sind damit beschäftigt, Verletzte und Schwerstverletzte im Moment in die Krankenhäuser zu bringen.“ Er sei nach dem Vorfall durch die Innenstadt gelaufen. „Es war einfach nur schrecklich“, sagte Leibe und schilderte, wie er einen Turnschuh ohne Träger gesehen habe. In der Innenstadt wurden nach der Tat mehrere Menschen psychologisch betreut. Mehrere hundert Einsatzkräfte sicherten Spuren, die Innenstadt wurde komplett abgesperrt. (fmü mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Harald Tittel/dpa

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