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Richard Branson will seine Raumfahrtpläne nicht aufgeben.

"SpaceShip Two" abgestürzt

Nach Unglück: Raumfahrtpläne vor dem Aus?

Los Angeles - Trotz des Absturzes des privaten Raumschiffs "SpaceShipTwo" hält der britische Unternehmer Richard Branson an seinen Plänen für den privaten Weltraumtourismus fest, doch Experten haben Zweifel.

"Der Weltraum ist hart - aber er ist es wert. Wir werden durchhalten und gemeinsam voranschreiten", sagte der Virgin-Galactic-Chef am Samstag. Die Untersuchung des Unglücks, bei dem am Freitag ein Pilot ums Leben gekommen war, könnte laut den Behörden ein Jahr dauern.

"Wir wussten immer, dass der Weg ins All extrem schwierig ist - und das jedes neue Transportsystem zu Beginn seiner Geschichte schlechte Zeiten durchmachen muss", sagte Branson. Das "SpaceShipTwo" war am Freitag bei einem Testflug über der Mojave-Wüste im US-Bundesstaat Kalifornien abgestürzt. Dabei kam ein Pilot ums Leben, ein zweiter wurde schwer verletzt. Das Unglück ist ein gewaltiger Rückschlag für Branson, der im kommenden Jahr erstmals Privatleute an die Grenze des Weltalls befördern wollte.

Während des Fluges sei eine "ernste Unregelmäßigkeit" aufgetreten, erklärte Virgin Galactic, ein Tochterunternehmen von Bransons Konzern Virgin Group. Die Ermittlungen zur Absturzursache können nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB ein Jahr dauern. NTSB-Chef Christopher Hart sagte, zunächst sei eine vier- bis siebentägige Untersuchung am Unglücksort geplant. Für die Ermittler sei es das erste Mal, dass sie es mit einem bemannten Raumschiff zu tun hätten. Allerdings sei der Flug sehr viel besser als bei normalen Verkehrsmitteln dokumentiert gewesen. So gab es sechs Kameras an Bord des Raumschiffs und drei weitere im größeren Trägerflugzeug "WhiteKnightTwo".

Raumschiff "SpaceShip Two" abgestürzt

Raumschiff "SpaceShip Two" abgestürzt

Dieses hatte das "SpaceShipTwo" in die Höhe getragen, wo es sich ausklinkte und seinen Raketenantrieb startete. Kurz darauf kam es jedoch zum Unglück. Während das Trägerflugzeug sicher landen konnte, stürzte das Raumschiff ab. Der überlebende Pilot konnte sich offenbar mit einem Schleudersitz retten und wurde in ein Krankenhaus geflogen. Es war der erste Flug von "SpaceShipTwo" mit einem neuartigen Raketenbrennstoff.

Das Raumschiff hatte seinen ersten Testflug im Frühjahr 2013 absolviert und war seitdem 35 Mal probeweise im Einsatz. Hunderte Interessierte haben bereits eine Reise mit dem Raumschiff reserviert und dafür eine Anzahlung auf den erwarteten Ticketpreis von 250.000 Dollar (knapp 200.000 Euro) geleistet. Aus Bullaugen sollen jeweils sechs Passagiere auf die Erde herabschauen und mehrere Minuten Schwerelosigkeit erleben können. Die maximale Flughöhe soll 110 Kilometer betragen, ohne dass das Raumschiff in die Erdumlaufbahn eintritt.

Weltraumtourismus gefährdet?

Nach dem Unglück steht die Zukunft des Weltraumtourismus in Frage. "Wir werden im nächsten Jahr und wahrscheinlich in den Jahren danach keine kommerziellen Flüge für Touristen ins All sehen", sagte der Raumfahrtexperte Marco Caceres von der Beratungsfirma Teal Group der Nachrichtenagentur AFP. Virgina Galactic sei bislang "bei Weitem" führend im Bereich des Weltraumtourismus gewesen, nun werde sich der Start der ersten Touristen wohl um Jahre verzögern.

AFP

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