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26 Jahre nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl gelang den Experten jetzt ein wichtiger technischer Durchbruch bei dem Schutzmantel, der die Menschen und die Umwelt vor der radioaktiven Strahlung schützen soll.

Tschernobyl: Meilenstein für Stahl-Schutzhülle

Tschernobyl - Für einen besseren Schutz vor Strahlung nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl haben Experten einen wichtigen technischen Durchbruch erzielt.

Die Fachleute haben nicht nur 5000 Tonnen eines Stahlmantels fertig, sondern diesen auch auf die wichtige Höhe von 22 Metern angehoben.

26 Jahre nach der Atomkatastrophe in der Ukraine sind die ersten 5000 Tonnen Stahl des Schutzmantels für den explodierten Reaktor fertig. Die Konstruktion wurde auf einer Anlage auf eine erste wichtige Testhöhe von 22 Metern angehoben, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur nahe dem Reaktor berichtete. Bei frühlingshaftem Wetter waren rund 1500 Arbeiter auf der Baustelle im Einsatz. Experten sprachen von einem wichtigen technischen Durchbruch.

Ein Sprecher der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) sagte am Dienstag, dass die dringend nötige Hülle zum Schutz vor radioaktiver Strahlung am Ende 29 000 Tonnen wiegen werde. Sie solle bis 2015 über den alten rissigen Mantel gezogen werden. Der Sarkophag werde eine Breite von 257 Metern haben, rund 164 Meter lang und 110 Meter hoch sein.

EBRD-Präsident Sir Suma Chakrabarti sprach von einem „bedeutenden Meilenstein“. Mehr als 40 Staaten hatten Geld für die 1997 gegründete Stiftung Chernobyl Shelter Fund beigesteuert. Bis zum Ende sollten rund 1,54 Milliarden Euro ausgegeben werden. Die Finanzierung sei gesichert, hieß es.

Der Tschernobyl-Block vier war am 26. April 1986 explodiert. Die Detonation wirbelte über Tage radioaktive Teilchen in die Luft, die Strahlung war 400 Mal so stark wie beim US-Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945. Von der Ukraine breitete sich die abgeschwächte Wolke über weite Teile Europas aus.

Die Frage, wie viele Todesopfer es einschließlich der späteren Strahlenopfer gab, ist bis heute ungeklärt. Die Antworten reichen je nach Annahmen von „weniger als 50“ bis zu 60 000 in der Region und sogar 1,44 Millionen weltweit. Meist wird von 10 000 bis 100 000 Toten ausgegangen. 120 000 Menschen wurden umgesiedelt.

Um den Reaktor gibt es bis heute ein großes Sperrgebiet. Die finanziell angeschlagene Ex-Sowjetrepublik hatte 2011 bei einer internationalen Tschernobyl-Geberkonferenz Spendenzusagen von rund 670 Millionen Euro für einen neuen Schutzmantel erhalten.

dpa

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