Waldbrände in der Türkei

Sie wollten ihre Hunde retten - Deutsch-türkisches Ehepaar stirbt in den Flammen von Antalya

  • Martina Lippl
    VonMartina Lippl
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In der Türkei wüten heftige Waldbrände. Einwohner fliehen mit ihren Tieren. Die Zahl der Toten steigt. Ein deutsch-türkisches Ehepaar hat das Feuer das Leben gekostet.

Antalya - Seit sechs Tagen kämpfen Einsatzkräfte der Feuerwehr in der Türkei gegen schier unzählige Waldbrände. Feuer frisst sich unbarmherzig durch Wälder und Büsche. Heftige Winde fachen die Flammen an. Viele Feuer sind noch außer Kontrolle. Besonders betroffen sind die südwesttürkischen Provinzen Antalya und Mugla.

Zahlreiche Orte wurden evakuiert, darunter auch der Ferienort Turunc in Marmaris. Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtete, wurden Touristen per Boot aus dem in einer Bucht gelegenen Ort in Sicherheit gebracht. Am Montag lagen die Temperaturen in den betroffenen türkischen Regionen bei knapp 40 Grad. Ganz Süd-Europa leidet momentan unter einer extremen Hitzewelle.

Waldbrände in der Türkei-Antalya: Deutsch-türkisches Ehepaar stirbt in den Flammen

Die Zahl der Todesopfer durch die Waldbrände ist auf acht gestiegen. Ein deutsch-türkisches Ehepaar ist tot in der Nähe seines Hauses in Manavgat (Antalya) gefunden worden, berichtet die türkische Nachrichtenagentur DHA. Die Frau (60) und ihr Mann (58) hatten sich in Deutschland auf der Schule kennengelernt und geheiratete. Vor 15 Jahren waren Andrea und Fahri an die Türkischen Riviera ausgewandert.

Als das Feuer sich ihrem Haus näherte, sei das Paar in Panik geflohen. Sie hätten versucht auf einer unbefestigten Straße zum 300 Meter entfernten Wassertank des Dorfes zu fliehen. Doch die beiden wollten offenbar ihre Hunde nicht in den Flammen zurücklassen. Sie kehrten um und suchten nach ihren Hunden im Wald

„Sie dachten an ihre Hunde während des Feuers. Sie gingen ins Feuer, um ihre Hunde zu finden und zu bringen. Sie starben, als sie versuchten, die Hunde zu retten“, erzählte ein Freund der Nachrichtenagentur DHA. Vier Tage galt das Paar demnach als vermisst. Dann wurden ihre Leichen 500 Meter von ihrem Haus gefunden. Besonders tragisch. Vor dem verbrannten Tor des Hauses wartete ein Hund auf sein Frauchen und Herrchen. Der Mischling hatte die Feuerwalze überlebt. Seine Pfoten seien verbrannt. Tierschützer kümmerten sich um das verletzte Tier.

Waldbrände in der Türkei - viele Feuer außer Kontrolle

Auf der Halbinsel Bodrum ist die Lage verheerend. Menschen sind vor dem Feuer auf der Flucht. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen, wie sich die Flammen immer wieder rasant ausbreiten. Einwohner und Einsatzkräfte versuchen mit allen Mitteln die Waldbrände unter Kontrolle zu bringen. Von 132 Bränden seien 125 unter Kontrolle gebracht worden, sagte der Minister für Forst- und Landwirtschaft, Bekir Pakdemirli, am Montag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Türkei hat die Europäische Union um Hilfe gebeten. Drei Löschflugzeuge, eines aus Kroatien und zwei aus Spanien, seien mobilisiert worden, hieß es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Offiziellen türkischen Angaben zufolge wurden zudem Löschflugzeuge aus der Ukraine, Russland, dem Iran und Aserbaidschan angefordert.

Gluthitze sorgt für Stromausfall in der Türkei

Bei der Gluthitze gab es zudem einen Strom-Ausfall in der Türkei: In Istanbul, Ankara, Izmir, Bursa und Mersin fiel am Montag der Strom aus, wie Andadolu berichtete. Grund: Klimaanlagen laufen seit Tagen auf Hochtouren, der Stromverbrauch sei stark gestiegen, teilte das Ministerium für Energie und natürliche Ressourcen mit.

Auch in Italien und Griechenland kämpfen tausende Einsatzkräfte der Feuerwehr unerbittlich gegen zahlreiche Waldbrände. Ein schweres Feuer brach in Pescara (Abruzzen) aus. Der Wind wehte Funken bis an den Strand und entzündete Sonnenschirme. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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