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Tulkarem-Übergabe verzögert sich

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- Tel Aviv - Die ursprünglich für diesen Montag geplante Übergabe der Kontrolle über die Stadt Tulkarem im Westjordanland an die Palästinenser ist wieder in Frage gestellt. Wie von israelischer und palästinensischer Seite nach einem Treffen von Sicherheitsexperten mitgeteilt wurde, seien noch weitere Verhandlungen nötig.

Im Laufe des Montags werde man erneut zusammenkommen, sagte ein israelischer Militärsprecher. Nach palästinensischen Angaben könnte sich die Übergabe wegen einer israelischen Militäroperation in der Nähe von Tulkarem verschieben.

Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofaz am Sonntag gesagt, dass die Übergabe für Montag geplant sei. «Unser Ziel ist Fortschritt bei der schrittweisen Übergabe der Sicherheitskontrolle», hatte ihn das Armeeradio zitiert.

Auch bei der Übergabe der Stadt Jericho hatte es Verzögeungen gegeben. Sie war schließlich am vergangenen Mittwoch wieder palästinensischer Kontrolle unterstellt worden. Tulkarem und Kalkilia sollten Anfang der Woche folgen. Israel hatte den Palästinensern die Übergabe von fünf Städten im Westjordanland zugesagt.

Ungeachtet internationaler Kritik will die israelische Regierung tausende neue Wohnungen für Siedler im Westjordanland bauen. Wie die israelische Zeitung «Jediot Achronot» am Montag berichtete, sollen die Neubauten die jüdische Siedlung Maalei Adumim mit Jerusalem verbinden.

Der Plan werde mit Blick auf künftige permanente Staatsgrenzen Israels vorangetrieben, berichtete die Zeitung. Ministerpräsident Ariel Scharon habe die Bedeutung des Vorhabens betont. Danach sollen bis zu 3500 Wohneinheiten auf den Grundstücken im Westjordanland entstehen.

Die israelische Regierung will auf Gebieten bauen, die die Palästinenser für einen Staat beanspruchen. «Das einzige Problem ist, dass der Plan einem künftigen palästinensischen Staat den territorialen Zusammenhang verweigert», berichtete «Jediot Achronot» dazu. Die Regierung plane deswegen einen Tunnel, um das nördliche mit dem südlichen Westjordanland zu verbinden.

Im vergangenen August hatte Scharon nach US-Kritik die Pläne für den Bau der neuen Häuser bestritten, nachdem das Armeeradio über das Vorhaben berichtet hatte. Das US-Außenministerium hatte die Bauprojekte kritisiert.

Unterdessen haben jüdische Siedler im Gazastreifen der israelischen Armee gewaltbereite Extremisten unter den Gegnern eines Abzugs aus dem Gebiet gemeldet. Bewohner des zur Räumung vorgesehenen Siedlungsblocks Gusch Katif hätten zudem verlangt, aus dem Westjordanland angereiste junge Männer und Frauen zu entfernen, weil diese eine «heiße Konfrontation» suchten, berichtete die israelische Tageszeitung Haaretz» am Montag weiter.

Einige der gewaltbereiten Protestierer gehörten der neuen Organisation Rewawa an, berichtete die Zeitung weiter. In ihr sammelten sich Anhänger des 1990 in New York ermordeten rassistischen Rabbiners Meir Kahane, der Gründer der Kach-Bewegung war. Rewawa-Anführer diskutieren, ob ein Bürgerkrieg Mittel gegen den von der israelischen Regierung beschlossenen Abzug aus dem Gazastreifen sein könnte. Die Räumung soll im Sommer beginnen.

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