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Der kleine Ashya ist in Prag angekommen.

Klinik stellt Bedingungen

Tumorpatient Ashya (5): Strittige Transfusionen

Prag - Der fünfjährige Tumorpatient Ashya aus Großbritannien ist in Prag eingetroffen. Die Klinik und die strengreligiösen Eltern sind sich jedoch noch uneins beim Thema Bluttransfusionen.

Nach der Verlegung befürchten Ashyas tschechische Ärzte, dass sich seine  Familie einer möglicherweise notwendigen Bluttransfusion verweigern könnte. Klinikdirektor Miloslav Ludvik kündigte am Montag an, dass der fünfjährige Junge nur aufgenommen werde, wenn seine Eltern vorher schriftlich einwilligen, dass notwendige medizinische Eingriffe auch vorgenommen werden können. Der 51 Jahre alte Vater und die 45-jährige Mutter gehören den Zeugen Jehovas an, die Bluttransfusionen aus religiösen Gründen ablehnen.

Die Spezialmaschine, die mit dem Jungen und medizinischem Betreuungspersonal an Bord am Montagmorgen im andalusischen Málaga gestartet war, ist am Nachmittag in Prag gelandet. Die Behörden hatten dem Transfer zuvor zugestimmt. Das tschechische Proton Therapy Center (PTC) will nach Angaben von Chefarzt Jan Stary am Dienstag eine erste Untersuchung vornehmen. Die Protonentherapie für den Jungen könne dann möglicherweise nächste Woche beginnen.

Die Eltern hatten ihren kleinen Sohn Ende August nach einem Streit mit den Ärzten über die richtigen Behandlungsmethoden eigenmächtig aus einem Krankenhausim englischen Southampton nach Spanien gebracht, wo sie kurzzeitig in Haft saßen. Statt der bisher angewandten Strahlen- und Chemotherapie wollen sie eine Behandlung seines Hirntumors mit Protonen versuchen, wie sie in Tschechien und den USA angeboten wird. Dabei können tiefer gelegene Tumore mit genauer eingestellten Dosen bestrahlt werden, wodurch das umliegende Gewebe geschont wird.

Das private Bestrahlungszentrum PTC in Prag nahm vor zwei Jahren den Betrieb auf. Es ist eines von rund einem Dutzend derartiger Zentren weltweit. Die Baukosten lagen bei umgerechnet knapp 125 Millionen Euro.

dpa/afp

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