Hagel-Chaos in Norditalien – „Fluss aus Eis“ überzieht Großstadt: „Noch nie erlebt“

Schwere Unwetter haben in Nord-Italien gewütet. In Turin waren die Straßen nach einem massiven Hagelsturm unpassierbar.
Turin – Auch Deutschland haben am Freitag Unwetter gewütet. Doch in Italien waren die Wetter-Ereignisse einmal mehr extremer. Von einem „Fluss aus Eis“ berichtet der italienische Corriere della Sera. Ein Unwetter mit einem Rekordniedergang an Hagel sorgte unter anderem in Turin für absolutes Chaos auf den Straßen.
Gegen 17 Uhr traf die Hagel-Bombe die viertgrößte italienische Stadt mit voller Wucht. „Turin auf den Knien“ titelte auch die Tageszeitung La Repubblica. Der Hagel-Sturm legte den Verkehr in der Stadt in Nord-Italien komplett lahm.
Hagel-Chaos in Italien: Turins Verkehr versinkt im „Fluss aus Eis“
Die Telefonzentrale der Verkehrspolizei wurde mit Anrufen überschwemmt. Dutzende Feuerwehreinsätze waren die Folge des Unwetters. Die Einsatzkräfte mussten etwa auf dem Piazza Baldissera die Abflüsse entleeren, damit das Regenwasser wieder abfließen konnte. Eis-Wasser durchbrach auch ein Dach und überschwemmte eine Wohnung im obersten Stockwerk, in dem sich zwei Kinder befanden, berichtet die Repubblica. Und auch der Pegel der Dora stieg sprunghaft an.
Der Verkehr kam komplett zum Erliegen. „So eine Situation habe ich noch nie erlebt“, sagte ein Anwohner der Repubblica: „Ich musste das Auto stehen lassen und zu Fuß gehen, weil die Straßen unpassierbar waren.“ Er sprach von einer „beeindruckenden“ Menge Hagel. Auch der Zugverkehr im Raum Turin wurde kurzzeitig auf einzelnen Strecken eingestellt.
Norden von Italien von Hagel überrollt: Neue Unwetter im Anmarsch
In Videos und Bildern in den sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie die Straßen Turins durch den Hagel komplett weiß gefärbt sind. Menschen versuchen Autos freizuschaufeln, scheitern jedoch an der puren Masse des Niederschlags.
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Das Wetter-Portal ilmeteo.it warnt auch für Samstag „in vielen Regionen des Landes“ vor starken Regenfällen, Gewittern und lokalen Hagelstürmen. Die Stürme ziehen demnach vom Norden her über Italien. In der Alpenregion und in der Lombardei wird schon am Vormittag gewarnt. Später trifft das Wetter dann auch die Poebene, wobei sich die Lage hier am Nachmittag bessern soll. Instabil bleibt die Situation aber weiter in der Alpenregion und im Piemont. Somit drohen auch in Turin neue Unwetter. Das Ministerium für Katastrophenschutz in Italien hat für die betroffenen Regionen Warnungen herausgegeben und die Katastrophenschutzsysteme aktiviert. (rist)