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Italienische “Wutbürger“, aber auch gewaltbereite Autonome haben am Sonntag bei Turin gegen ein Bahnprojekt demonstriert.

Turin: Schwere Gewalt bei Protesten gegen Schnellzugtrasse

Turin - Italienische “Wutbürger“, aber auch gewaltbereite Autonome haben am Sonntag bei Turin gegen ein Bahnprojekt demonstriert. Es kam erneut zu schweren Scharmützeln mit der Polizei. Dutzende wurden verletzt.

Innerhalb weniger Tage ist es bei Turin erneut zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Gegnern einer geplanten Hochgeschwindigkeitstrasse der italienischen Bahn gekommen. Als Tausende von Demonstranten am Sonntag eine Tunnelbaustelle im piemontesischen Chiomonte belagerten, setzte die Polizei Tränengas ein, berichteten italienische Medien. Radikale Kräfte unter den Demonstranten hätten Steine, Knallkörper und mit Ammoniak gefüllte Flaschen geworfen. 46 Beamte seien unter anderem durch Sprengkörper verletzt worden, mehrere von ihnen schwerer, teilte die Polizei mit. Äußerst gewaltbereite Demonstranten seien aus ganz Italien und aus dem Ausland zur Baustelle im Susa-Tal westlich von Turin angereist, darunter auch Gruppen des “Schwarzen Blocks“, hielt die Polizei fest. Diese seien “paramilitärisch“ vorgegangen. Fünf Demonstranten wurden festgenommen, die Arbeiten an dem Tunnel war kurzfristig unterbrochen. Erst am vergangenen Montag waren bei heftigen Auseinandersetzungen etwa 80 Menschen verletzt worden, vor allem Sicherheitskräfte.

Die Trassen-Gegner befürchten starke Eingriffe in die Natur des Val di Susa durch das Bahnprojekt. Seit Jahren ist die in Norditalien vorbereitete Trasse für Hochgeschwindigkeitszüge (TAV) zwischen der piemontesischen Metropole und Lyon in Frankreich umstritten. Diese Verbindung soll den Bahnkorridor von Lissabon nach Kiew schließen.

In Chiomonte geht es um einen 7,5 Kilometer langen Tunnel. Die Arbeiten dort begannen Ende Juni als Startschuss für den gesamten Bauabschnitt. Der Plan wird von Trassen-Gegnern seit Jahren heftig bekämpft. Rom geht es vor allem auch darum, EU-Zuschüsse in Höhe von etwa 671 Millionen Euro an Italien und Frankreich für den Bau dieses Verbindungsstücks zu sichern. Schon früher, vor allem 2005, hatte es im Val di Susa schwere Auseinandersetzungen um das Projekt gegeben.

dpa

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