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Der ägyptische TV-Satiriker Bassem Youssef steht vor Gericht.

Ermittlungen dauern an

Witze über Mursi - Komiker auf Kaution frei

Kairo - Ägyptens Justiz geht wegen politischer Witze gegen einen beliebten Komiker vor. Die Staatsanwaltschaft ordnet dessen Festnahme an, lässt ihn dann wieder auf Kaution frei. Der Satiriker nutzt den Trubel.

Der populäre ägyptische Komiker Bassem Jussif wird wegen seiner Witze über den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi strafrechtlich verfolgt. Nach wochenlangen Ermittlungen ordnete die Staatsanwaltschaft am Wochenende seine Festnahme an. Von Fans und Kamerateams begleitet stellte sich Jussif den Behörden.

Nach einem Verhör wurde der Satiriker gegen eine Kaution von umgerechnet rund 1700 Euro wieder freigelassen, wie er am Sonntag über den Kurznachrichtendienst „Twitter“ erklärte. Kritiker der islamistischen Regierung sehen sich in ihrer Furcht vor einer neuen Diktatur in dem nordafrikanischen Land bestätigt.

Wie Jussif mitteilte, gibt es noch weitere Ermittlungen gegen ihn. Dem TV-Star - der als ägyptische Antwort auf den US-Politkomiker Jon Stewart gilt - wird vorgeworfen, mit seinen Parodien in der Fernsehshow „Al-Barnameg“ Mursi und den Islam beleidigt zu haben. Der ehemalige Arzt hatte nach dem Sturz Mubaraks im März 2011 mit einer Satire-Show im Internet begonnen. Schnell wurde er populär, und seine Sendung fortan im Fernsehen ausgestrahlt.

Nach Angaben der Zeitung „Al-Ahram“ hatten mindestens zwölf Personen Anfang März Klage gegen Jussif eingereicht. Schon im Januar hatten islamistische Anwälte versucht, den Komiker vor Gericht zu bringen. In seinen Sendungen hatte der Satiriker den Präsidenten unter anderem in eine Reihe mit Pharaonen und Diktatoren gestellt und sich auch über dessen schlechte Englischkenntnisse lustig gemacht.

Nachdem der Generalstaatsanwalt am Samstag die Festnahme Jussifs angeordnet hatte, begab sich der 39-Jährige am Sonntag zu dem obersten Gerichtshof in Kairo. Dabei parodierte er Mursi erneut: Er trug ein vergrößertes Imitat jenes Hutes, den Ägyptens Staatschef bei einem Besuch in Pakistan getragen hatte.

Am Ende des Tages dankte er seinen Fans für ihren Beistand und die Medien für die Aufmerksamkeit. „Es gibt viele Aktivisten, die strafrechtlich verfolgt werden und diese Unterstützung brauchen“, twitterte er.

Der Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei kritisierte die Repressionen gegen Jussif scharf. Über „Twitter“ erklärte der Oppositionsführer, ein solches Vorgehen kenne man nur von „faschistischen Regimen“.

Seit die Muslimbruderschaft in Ägypten an der Macht ist, häufen sich Klagen gegen Kritiker der Regierung. Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch kritisiert im Jahresbericht 2013, dass Oppositionelle nach wie vor mit Maßnahmen aus der Ära von Ex-Machthaber Husni Mubarak verfolgt würden. Es gebe einen deutlichen Anstieg bei der Strafverfolgung von Journalisten, Bloggern und anderen Aktivisten - etwa wegen Beleidigung. Dieser Tatbestand werde weiterhin mit Haftstrafen geahndet.

dpa

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