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Am dritten Tag nach der Unwetterkatastrophe mit vier Toten in Baden-Württemberg führte der Oberbürgermeister der Stadt, Richard Arnold (CDU, Mitte) Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Innenminister Thomas Strobl durch seine Stadt.

Fragwürdige Inszenierung für die Medien

Für TV-Team: Unwetter-Rettungsaktion mit Flüchtlingen inszeniert

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Schwäbisch Gmünd - Auch in Baden-Württemberg hieß es kürzlich: Land unter. Als ein TV-Team die Aufräumarbeiten filmen wollte, waren diese bereits beendet. Man behalf sich mit einer fragwürdigen Aktion.

Es klingt wie ein Witz, doch es ist nicht einmal ein schlechter Witz, sondern taurige Realität, was im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd passiert sein soll: Die Stadt war mit am schlimmsten von den furchtbaren Überschwemmungen betroffen, die das Bundesland in den vergangenen Tagen heimsuchten. Allein dort starben zwei Menschen. Anschließend war Aufräumen angesagt. Viele Medienvertreter waren vor Ort, um die beklemmenden Szenen mit Kameras zu verfolgen. Ein Fernseh-Team soll jedoch erst in der Stadt angekommen sein, als eigentlich schon alles passiert war. 

Offensichtlich wollte man die TV-Leute nicht unverrichteter Dinge wieder ziehen lassen. Zudem dachte man sich wohl, man könnte in der Zeit der Flüchtlingsproblematik ein symbolträchtiges Zeichen setzen - und griff laut der örtlichen Rems-Zeitung zu einem äußerst fragwürdigen Mittel: Demnach holte man ein paar Flüchtlinge und ließ diese so tun, als würden sie "mithelfen", wo gar nicht mehr wirklich etwas zu tun war. Das Blatt bezieht sich bei seinen Angaben auf einen Rathaussprecher.

Die Gmünder Stadtspitze wies in einer offiziellen Stellungnahme allerdings den Vorwurf von sich, die Medieninszenierung angewiesen zu haben. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gmünder Flüchtlingsbetreuung hätten den Kontakt zu den Flüchtlingen hergestellt. Die TV-Journalisten hätten den Wunsch geäußert, speziell auch Flüchtlinge zu filmen, da diese bereits in den Tagen zuvor an anderer Stelle mit angepackt hatten.

Nachdem das TV-Team seine Bilder im Kasten hatte, durften die Flüchtling wieder abziehen. Die tatsächlichen Helfer jedoch, denen der Dank und ein Platz im Rampenlicht gebührt hätte, habe man demnach nicht zu Gesicht bekommen. 

Viele Medienportale berichteten, bei dem Kamerateam habe es sich um eines aus Österreich gehandelt. Nachfragen des österreichischen "Standard" beim ORF sowie bei privaten Fernsehsendern ergaben jedoch, dass das nicht den Fakten entspreche.

Über alle Zweifel erhaben ist hingegen der Fall im niederbayerischen Simbach, wo tatsächlich 25 syrische Asylbewerber bei den Aufräumarbeiten nach der Flut halfen, weil sie den Bewohnern der Stadt "etwas zurückgeben wollten", wie sie sagten.

hn

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