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„Dies ist ein christliches Haus“: Nachbarn schreiben Wut-Zettel wegen Wäsche auf dem Balkon

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Von: Franziska Schwarz

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Nachbarschaftsstreit in Wien: Darf man Unterwäsche auf dem Balkon aufhängen?
Auf dem Balkon aufgehängte Unterwäsche rief diese Reaktion hervor (Twitter-Screenshot). © Screenshot: Twitter @norbertdresche2 // 29. April 2022

Balkon-Streit mal anders, denn es geht es nicht ums Grillen. Den üblichen Zettel gibt es allerdings schon - und im fernen Münster versteht man sofort.

Wien - Die Anekdote trug sich in Wien zu, fand aber auch Widerhall im deutschen Münster. Es geht um Ärger mit den Nachbarn - wegen zum Trocknen aufgehängter Kleidung. Den scheinen Menschen in Österreich und NRW gleichermaßen zu kennen. Aber fangen wir mit dem Hinweiszettel an.

Ein Twitter-Nutzer - seinen Angaben nach in der österreichischen Hauptstadt wohnhaft - postete folgenden Hinweis seiner Hausmitbewohner: „Hallo Nachbarin, könnten Sie in Zukunft bitte keine Unterwäsche auf Ihren Balkon hängen? Dies ist ein christliches Haus und unser Sohn soll frei von Scham und Versuchung aufwachsen!!!“

Balkon-Streit unter Nachbarn: Unterwäsche an der Leine „nicht christlich“?

Ein Hinweis per Zettel, und zwar mit gleich drei Ausrufezeichen, was den Adressaten offenbar richtig ärgerte. Fast interessanter als der kuriose Zettel ist aber die Debatte, die sich unter dem Post entspann.

Denn ein Nutzer berichtet zu dem Vorfall: „Ich, zugezogen, nicht katholisch, kam am Wochenende endlich zum Waschen. Hänge Wäsche (keine Unterwäsche) nicht sichtbar hinter einer kleinen Mauer im Garten auf. Sonntagmorgen. Nachbar kontrollierte (dafür musste er sich anstrengen) und rief Polizei. Noch Fragen?“ Das Ganze hat sich ihm zufolge in Münster-Mauritz (NRW) zugetragen.

Darf man in NRW sonntags keine Wäsche aufhängen? Kurioser Twitter-Thread

Vergessen sind bei diesem Beitrag offenbar die christlichen Nachbarn. „Ja, was sagte die Polizei, oder kamen sie erst gar nicht. Das war vermutlich kein Christ, sondern ein Querulant“, möchte der Ursprungs-Poster wissen.

Es passierte nichts weiter, antwortet der Ex-Münsteraner. Er lebe seit mehr als acht Jahren nicht mehr in der NRW-Stadt, aber vermutet (ironisch?), dass man in dem Bundesland sonntags keine Wäsche aufhängen dürfe. Sein Fazit zu dem Wiener „Wäsche-Eklat“: Ein „Querulant unter dem Deckmantel der katholischen Religion“ sei das - und was in der Frage Münster betreffe: „Hier treffen ja zwei Welten aufeinander.“ (frs)

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