Über 400 Häuser abgebrannt

- Canberra - Das schlimmste Buschbrand-Inferno seit Jahrzehnten hat mehrere Vororte der australischen Hauptstadt Canberra verwüstet und mindestens vier Menschen das Leben gekostet. Die Feuerwalze legte nach offiziellen Angaben mehr als 400 Häuser in Schutt und Asche, rund 260 Menschen mussten in Kliniken behandelt werden.

<P>Die Behörden riefen den Notstand aus, nachdem ein Ring aus Feuer Canberra umschlossen hatte. Mehr als 2500 Einwohner flohen in Notquartiere. Ein Viertel der Hauptstadt war wegen der 35 Kilometer langen Flammenwand ohne Strom. Der Himmel über Canberra war von dichtem Rauch geschwärzt, auf die Menschen regnete Asche.</P><P>Australiens Regierungschef John Howard brach seinen Urlaub ab und betonte bei einem Treffen mit Opfern, die Brände seien "die schlimmsten, die ich jemals gesehen habe". Während gestern abflauende Winde den mehr als 2000 Feuerwehrleuten im gesamten Südosten Australiens den Kampf gegen die Brände etwas erleichterten, warnte der Ministerpräsident vor einer Verschärfung der Lage. "Es gibt eine ganze Reihe von Experten, die ein bisschen nervös darüber sind, dass es noch einmal schlimmer werden könnte, bevor wir es hinter uns haben." Meteorologen rechnen für den Wochenanfang mit Temperaturen von rund 35 Grad und auffrischenden Winden.</P><P>Canberra war am Samstag von den gewaltigen Bränden völlig überrascht worden. Starke Winde und extreme Trockenheit hatten die Feuer angefacht und auf die Hauptstadt zugetrieben. Der Chefminister von Canberra, John Stanhope, räumte ein, dass die Feuerwehren mit der Gewalt der Brände völlig überfordert gewesen seien. "Das war einfach zu viel. Es war eine Katastrophe von einem Ausmaß, mit dem die Hauptstadt einfach nicht fertig werden konnte."</P><P>Viele der Einwohner konnten nur im letzten Augenblick fliehen und hatten bei der Ankunft in den Notunterkünften nicht einmal eine Zahnbürste dabei. "Es war ein Inferno. Man kann es nicht anders beschreiben", so Anthony Coles, aus Duffy, einem Vorort von Canberra. Mit Wasser aus seinem Swimmingpool habe er sein Haus gerettet. "Es gab andauernd Explosionen, Stromkabel sprühten Funken. Eukalyptusbäume sahen wie riesige Kerzen aus."</P><P>Chefminister Stanhope schätzte den Schaden durch die Brände auf mehrere hundert Millionen australische Dollar. Die Situation sei vergleichbar mit der 1983, als in den Bundesstaaten Südaustralien und Victoria 76 Menschen durch Buschfeuer ums Leben kamen, sagte der Feuerwehrchef von Canberra, Peter Lucas Smith. "Die Bedingungen, mit denen wir es hier zu tun haben, zeichnen sich durch eine größere Trockenheit als 1983 aus."</P><P>Alle zehn Jahre können die Wälder nach Ansicht von Fachleuten ein starkes Feuer verkraften. Während es um die Millionenstadt Sydney 1994, um die Jahreswende 2001/2002 und zuletzt Anfang Dezember heftig brannte, war die Region um Canberra in den vergangenen Jahren weitgehend verschont. Um Sydney waren im Dezember mehr als 50 Häuser und 120 000 Hektar Land verbrannt.<BR></P>

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