Italien nach den Erdbeben

Überlebende empört: TV-Serie über Lawinenunglück geplant

Rom - Eine Produktionsgesellschaft plant eine TV-Serie über das Lawinenunglück in Italien, bei dem ein Hotel verschüttet wurde und viele Menschen ihr Leben verloren. Das Vorhaben wird stark kritisiert.

Eine geplante TV-Reihe über das Lawinenunglück in Italien mit 29 Todesopfern hat Kritik hervorgerufen. Die Produktionsgesellschaft Taodue hatte diese Woche angekündigt, an einem Projekt über das Unglück zu arbeiten. Nach einer Erdbebenserie war vor nicht einmal einem Monat eine Lawine über ein Hotel in den Abruzzen gerollt. Elf Menschen überlebten die Katastrophe.

Serie soll Opfer und Helfer würdigen

„Mit dieser Miniserie wollen wir Licht in die Umstände bringen“, erklärte der Chef der Produktionsgesellschaft, Pietro Valsecchi. Zudem sollten die Opfer und Helfer gewürdigt werden. Die Dreharbeiten sollen im September beginnen, die Episoden könnten nächstes Jahr ausgestrahlt werden.

Überlebende des Unglücks kritisierten das Vorhaben. „Kann man das nicht verbieten?“, zitierte die Zeitung „Corriere della Sera“ (Freitag) Giampiero Parete, dessen Frau und zwei Kinder aus den Trümmern des Hotels gezogen wurden. Es seien noch nicht alle Opfer beigesetzt, da werde schon an einen Film gedacht. „Manchmal sind Respekt und Sensibilität notwendig.“

Opfer finden Entscheidung respektlos

Auch der Opferanwalt Camillo Graziano zeigte sich entsetzt. Es sei für die Familien und Opfer eine „respektlose Entscheidung“, die „vermutlich nur aus kommerziellen Gründen“ getroffen worden sei, sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa. Taodue gehört zum Medienkonzern Mediaset von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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